Çiğdem Gül: Die Ereignisse 1915 an den Armeniern – 2/4


Foto_ Armin T. Wegner_© Mit freundlicher Genehmigung von Wallstein Verlag

Bir Ermeni ailenin Anadolu´dan – ölüm yürüyüşü koşullarında – Suriye Çölü’ne tehcir edilmesi… / Bu fotograf alman görgü tanığı Armin T. Wegner tarafından çekilmiş ve belgelenmiştir.

Deportierte armenische Familie am Tauruspass in Anatolien nach Syrien. / Foto: Armin T. Wegner © Mit freundlicher Genehmigung von Wallstein Verlag (Göttingen/Deutschland)

 
 
 
 

Die Ereignisse 1915 an den Armeniern

 

Differenzierte internationale Annäherungen

aus damaliger und heutiger Sicht

 
 
 
 

MEINE VERWÜSTETEN LIEDER

 

Geboren in einer verwüsteten Stadt,
Ausgestoßen in der Wüste,
Vergessen von den Toten,
Eine unmenschliche Zeit.

 

Ich sang meine verwüsteten Lieder
Unter Unkraut und Ruinen.
Ich sang sie leiser
Unter Folter und Schmerz.

 

Ich werde nicht aufhören mit meinem Sterben,
Nicht mit dem Glauben,
Mit dem Zorn nicht.

 

Jeghische Tscharenz[1]

(Größter Dichter des armenischen Volkes und zugleich als ein Märtyrer der armenischen Nation)

Deutsche Übersetzung: Krikor Melikyan
(Schauspiel-Legende in Berlin/Deutschland)

 
 
Çiğdem Gül
 
 
 
 
 
 

Von Çiğdem Gül

19. Juli 2020

 
 
 

Herr Şükrü Erbaş

– Der türkische Dichter und seine Widmung an uns

 

Sayın Şükrü Erbaş: Antalya´da ikamet eden değerli şairimiz, yaşayan Türkiyeli şairler arasında en sevdiğim ve büyük bir hayranlıkla şiirlerini, makalelerini ve metinlerini okuduğum şairlerden biridir. Geniş ufku, iç derinlikleri, ince ruhu, entelektüel ve insani bakış açısı tüm yazılarına da yansımaktadır. Tıpkı onun 19 Ocak 2007’de hain bir saldırı sonrası yitirdiğimiz değerli gazeteci „Hrant Dink ve Ermeni halkının aziz ve acı anısına“ 2015 yılında son derece hassas ve anlamlı sözleriyle kaleme aldığı metni gibi…

Elinize ve kaleminize sağlık, Şükrü Bey!

Selam ve saygılarımla
Çiğdem Gül

 

Herr Şükrü Erbaş: Der türkische Dichter, der Mitfühlende und der intellektuelle Feingeist in Antalya/Türkei – gehört unter den lebenden türkischen Lyrikern zu meinen Lieblingsdichtern. Sein weiter Horizont, seine Tiefe, geprägt von intensiven und tiefen Gefühlen und humanistischer Integrität fasziniert mich sehr. So, wie mich seine folgende sehr feinfühlige Widmung zutiefst berührt und beeindruckt. Sein Text wurde anlässlich des 100. Jahrestages des Völkermordes an den Armeniern und anlässlich des ermordeten armenischen Journalisten Hrant Dink in türkischer Sprache verfasst und veröffentlicht. Herr Dr. phil. Günter Seufert hat auf meinen Wunsch hin diesen Text ins Deutsche übersetzt. Er ist Türkei-Experte, Übersetzer von Hrant Dinks Buch und Texten, und tätig bei der Stiftung Wissenschaft und Politik – Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit in Berlin. Siehe die türkischsprachige Widmung und die deutsche Übersetzung weiter unten.

 
 
 
 
© Şükrü Erbaş

Bild & Text © 2020 Mit freundlicher Genehmigung von Şükrü Erbaş (Antalya/Türkei)

 

Şükrü Erbaş

YARALAYAN ÖLENE DEK YARALANMIŞTIR*

»Mazlumun acısını zaman bir yaşama gücüne dönüştürür de, zalimin kötülüğü ölümden sonra da sürer gidermiş. Şimdi, tam yüz yıl sonra, sizi ana rahminizden kopardığımız yerden biz başlıyoruz kendi ana rahmimize doğru bir haysiyet sürgününe. Ölümden arta kalan yetimlerinizle vicdanımızı çitileyerek, el koyduğumuz mülklerinizle yaptığımız katliamın üstünü örterek bir yüksek hayatı yaşadığımızı sanıyorduk. Meğer bıraktığınız boşluk, aldığımız her solukla çocuklarımıza, onlardan da onların çocuklarına geçerek, bizi, utanmanın ve merhametin o büyük, bağışlayıcı sularında ıssız, kıyısız, korunaksız bırakacakmış. Meğer sizi bindirdiğimiz tren katarları, bizim kirpiklerimizden çekilmiş raylarda gidecekmiş dünyanın bütün uzaklarına. Meğer canımızda şakıyan bütün şarkılar, sizin pencerelerinizden bizim bahçelerimize, bizim ayva sarı tüylerimizden sizin nar içi ağızlarınıza düşen yaşama nişanıymış.

Biz sizleri öldürmemişiz. Biz kendi geleceğimizi sürmüşüz Deyr Zor çöllerine. Biz, doğanın bütün canlılarını sizin gövdenizde kuruyan kanda boğmuşuz. Biz, başkalarının varlığıyla var olmanın tanrısal güzelliğini kaybetmişiz. Biz, çocuklarımızın bin yıl sonra da utanacağı kötü bir tarihi, vatan sevgisi diye ruhlarına üflemişiz. Biz, sizden kalan yapıları yıkarak, arada bir depreşen utancımızdan kurtulacağımızı sanmışız. Biz, insan olmanın onurunu, arkanızdan bakakalan hayvanlarınızın gözlerindeki kedere gömmüşüz. Biz, çatısız, eşiksiz, penceresiz evlerin, oturduğumuz evleri bir ölüm ıslığına çevirdiğini üç kuşak sonra ancak görebilmişiz. Biz, kelimelerin delirmeden türkü olamayacağını Rupen Sevag’ın** ölümünden yüz yıl sonra öğrenecekmişiz.

Biz şimdi, Ölüm geri çeviriyor beni / Hayat istemiyor / Ben şimdi nereye gidebilirim ki?*** dizelerinin boğazımızda kuruyan yalnızlığı, kardeşimize ağlamanın gecikmiş iyiliği, utancın merhamete sığınmış bağışlanma umudu ve geçmişin canımızda pıhtılaşmış çaresiz öfkesiyle, omuz başımızdaki boşluktan dünyanın yüzüne bakmaya çalışıyoruz. Evet, yaralayan ölene dek yaralanmıştır, bunu da yüz yıl sonra öğreniyoruz. Yazık, dünyanın ortasında elindeki özür cümlesiyle kalakalan yoldaşımıza, yazık, kendini bile sevmeyi bilmeyen bize…«

 

*Pablo Neruda

**Rupen Sevag (Çilingiryan), Silivri 15 Şubat 1885 – 26 Ağustos 1915. Şair, yazar ve hekim. Silivri Azkanazyan Okulu, Bahçecik Amerikan Okulu, İstanbul Berberyan Okulu, Lozan Üniversitesi Tıp Fakültesi’nde okudu. 1915’te İstanbul’a döndü. Aynı yıl çıkarılan Tehcir Kanunu’nun uygulanışı sırasında taşra yollarında hayatını kaybeden Ermeni aydınlarındandır.

***Yannis Ritsos (KUŞ UÇAR KANAT AĞLAR kitabından)

 
 

© Şükrü Erbaş (2015)

Deutsche Übersetzung: siehe unten

 
 

Ich möchte Ihnen, Herr Dr. Seufert, meinen großen Dank für Ihre Übersetzung aussprechen.

Mit freundlichen Grüßen
Çiğdem Gül

 
 
 
©Dr. Günter Seufert

Bild & deutsche Übersetzung des Textes von Herrn Şükrü Erbaş
© 2020 Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Dr. phil. Günter Seufert von der Stiftung Wissenschaft und Politik (Berlin/Deutschland)
Deutsche Übersetzung © 2020 mit freundlicher Genehmigung von Herrn Şükrü Erbaş (Antalya/Türkei)

 

Şükrü Erbaş

WER WUNDEN SCHLÄGT, DER BLEIBT EIN LEBEN LANG VERWUNDET*

»Im Lauf der Zeit kann aus dem Schmerz des Opfers ein starkes Ja zum Leben werden; jedoch das Böse, das zur Tat geführt hat, es bleibt und überlebt die Täter. Nach mehr als hundert Jahren beginnen wir, die Euch damals aus unserer Mitte und unserem Innersten gerissen haben, unseren Anstand, und damit auch uns selbst, zu suchen. Vergebens hofften wir, wir könnten ein ruhiges und angenehmes Leben führen, wenn wir die Opfer unserer Tat und auch die Überlebenden verdrängen und wenn wir alles dafür tun, dass niemand mehr von unseren Massakern und unserem Raubzug an Euch spricht. Die Leere, die ihr hinterlassen habt, sie dringt mit jedem Atemzug in uns und unsere Kindeskinder, und nur die Scham und nur Euer Verzeihen kann sie füllen. Als wären die Gleise jener Züge, in die wir Euch verfrachteten und die Euch dann in alle Welt verstreuten, aus unseren eigenen Körpern gemacht. Als klängen all die Lieder, die wir in unserem Inneren hören, aus Euren Fenstern; als wären die Linien unserer Gesichter gebrochen und unvollständig ohne Euren Strich.

Wir haben nicht nur Euch ermordet. Mit Euch haben wir die eigene Zukunft in die Wüsten von Deir ez-Zor verschleppt. Euer von uns vergossenes Blut hat uns weltweit befleckt. Verloren haben wir dadurch die fast göttliche Freude daran, dass andere um uns sind. Unseren Kindern wurde diese Verheerung, für die sie sich noch tausend Jahre schämen werden, als patriotische Geschichte eingeimpft. Damit wir ruhig schlafen können, wurden die letzten Zeugen Eurer Kultur im Land dem Erdboden gleichgemacht. Schicksalsergebenheit spiegelt die Blicke Eurer Weidetiere wieder, ein letzter Rest von Menschlichkeit. Erst drei Generationen später erkennen wir, wie schwer der Schatten Eurer von uns zerstörten Häuser auf unsere eigenen Häuser fällt. Erst hundert Jahre später begreifen wir, was Rupen Sevag** schon in jenen Tagen, den Tagen seines Todes, wußte: daß Lieder da beginnen, wo Worte ihren Sinn verlieren.“

„Der Tod weist mich zurück / Das Leben will mich nicht haben / Wo soll ich hin?“*** Zeilen wie diese stecken uns im Hals. Leer sind die Augen, mit denen wir der Welt ins Antlitz blicken, und leer ist auch der Kopf obwohl er überläuft von Scham und Hoffnung auf Vergebung, von Tränen um all die lieblos hingegangenen Jahre und von geronnenem Zorn ob unserer Machtlosigkeit. Erst hundert Jahre später begreifen wir: Wer Wunden schlägt, der bleibt ein Leben lang verwundet. Schade, daß die, die um Verzeihung bitten, auf weiter Flur alleine stehen. Schade um uns und alle anderen, die nicht einmal sich selber lieben können.«

 

* Pablo Neruda

**Rupen Sevag (Çilingiryan), 15. Februar 1885 in Silivri; † 26. August 1915. Dichter, Schriftsteller und Arzt. Werdegang: Besuch der Azkanazyan Schule in Silivri, Amerikanische Schule in Bahçecik, Berberyan Schule in İstanbul, Medizinstudium an dem Medizinischen Fakultät der Universität Lausanne. Er kehrte 1915 nach İstanbul zurück. Es ist einer der armenischen Intellektuellen, die bei der Umsetzung des im selben Jahr erlassenen Umsiedlungsgesetzes auf den Provinzstraßen sein Leben verlor.

***Yannis Ritsos (Zitat aus seinem Buch „KUŞ UÇAR KANAT AĞLAR“ )

 

© 2015 Şükrü Erbaş / © Deutsche Übersetzung: Dr. phil. Günter Seufert

 

Die Tragödie der gesamten Menschheit

– Der Völkermord an den Armeniern 1915-1918 im Osmanischen Reich

 

Der Völkermord an den Armeniern ist nicht nur die Tragödie des armenischen Volkes, sondern die Tragödie der gesamten Menschheit.

Die Geschichte der Menschheit ist die Geschichte sämtlicher Völker. Die Armenier sind das älteste Christenvolk der Welt. Statt das armenische Volk als Festival in den Weltkulturen zu feiern, wurde es im Osmanischen Reich grausam fast komplett ausgelöscht. Aghet. Katastrophe. So nennen die Armenier die grauenvollen Ereignisse 1915 im Osmanischen Reich. Ab Frühjahr 1915 wurden in der heutigen Türkei bis zu anderthalb Millionen Menschen armenischer Herkunft – vor allem in den Städten Trapezunt (heute: Trabzon), Gümüşhane, Yerzınga/Erznka (heute: Erzincan), Ersrum (heute: Erzurum), Sebastia (heute: Sivas), Mamuret ül-Aziz (heute: Elazığ), Adana, Bitlis Muş, Van, Charpert (heute: Harput), Malatya, Urha (heute: Şanlıurfa/Urfa) und Diyâr-i Bekr/Amid (heute: Diyarbakır) – zwangsislamisiert, verfolgt, vertrieben, geschändet, in der syrischen Wüste verhungernd und verdurstend sterben lassend, lebendig verbrannt, ertränkt, aufgehangen und/oder getötet wurden.

Ich habe in den letzten 14 Monaten meines Projektes über das Schicksal der Armenier nicht nur sehr viel gelesen, unzählige Gespräche und Diskussionen in meinem privaten, Netzwerk- und Experten-Umfeld geführt, sondern auch sehr viele Bilder vom Völkermord an den Armenien betrachtet. Ich habe die „harmlosesten“ unter den traumatisierenden Bildern ausgewählt, um zumindest anzudeuten, wie schlimm es den armenischen Menschen ging.

Die detaillierten historischen und politischen Hintergründe für den Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich ist in meinem Interview „Ursachen und Strukturen kollektiver Gewalt im 20. & 21. Jahrhundert und der Völkermord an den Armeniern“ mit dem Gründungsdirektor Prof. Dr. Mihran Dabag des Instituts für Diaspora und Genozidforschung von der Ruhr-Universität in Bochum/Deutschland zu lesen.

 

Zu Beginn meines 14-monatigen alevitisch-persönlichen und internationalen Projektes stellte ich mir unter anderem die folgende Frage:

 

Çiğdem Gül: »Wodurch ist es geschehen, dass nach dem Völkermord an den Armeniern viele Kurdisch-, Deutsch- und Türkischstämmige es nicht schaffen, die Verletzungen, die sie mit ihren subjektiven Wertvorstellungen schaffen, zu erkennen

 
 
 
 
© Dr. Sezai Ozan Zeybek

© Mit freundlicher Genehmigung von Dr. Sezai Ozan Zeybek (Berlin /Deutschland & Istanbul/Türkei)

 
 
Doç. Dr. Sezai Ozan Zeybek: »[…] Denilebilir ki Osmanlı, Ermenileri gaz odalarına yollamadı. Onlar gerçekten tehcir edildi. Haydi yollarda öldürülenleri, boğulanları yok sayalım; yürüyenleri soyan, katleden, paylaşan aşiretleri bilmeyelim; toplu mezarların varlığını görmezden gelelim, fotoğraflardan habersiz olalım, Teşkilat-ı Mahsusa’nın katliamlarından milli gurur devşirelim, sonuçta da bütün dünyanın tanıklık ettiği soykırımı sonuna kadar inkâr edelim. Bir milyonun üzerinde insanın nereye kaybolduğunu da merak etmeyelim. Peki İttihat ve Terakki’nin beyanatlarını, telgraflarını ne yapacağız?«
 
 

Deutsche Übersetzung: Çiğdem Gül © Mit freundlicher Genehmigung von Dr. Sezai Ozan Zeybek

 

Dr. Sezai Ozan Zeybek: »[…] Man kann sagen, dass die Osmanen die Armenier nicht in den KZ geschickt haben. Dafür wurden sie bei den Deportationen auf Todesmärsche geschickt. Gesetzt der Fall, wir würden die auf dem Weg Getöteten und Ertränkten ignorieren, angenommen wir würden nichts über den Massenraubmord betreibenden und Raubgut unter sich verteilenden Stämme wissen, angenommen, wir würden die Existenz von Massengräbern ignorieren, angenommen, wir wüssten nichts über die Ereignisse dokumentierenden Fotos, angenommen, wir würden uns aus den Massakern von Teşkilat-ı Mahsusa einen Nationalstolz auserlesen, gesetzt der Fall, wir würden unterm Strich den gesamten Völkermord bis zum Äußersten verleugnen, wo doch die ganze Welt ihn als Augenzeuge gesehen hat… Und angenommen, wir würden uns nicht einmal fragen, wo über eine Million Menschen abgeblieben sind: Wie erklären wir uns dann die Aussagen und Telegramme des Ausschusses der politischen Organisation `Komitee für Einheit und Fortschritt´?«

 

Und damit meint der an der Boğaziçi Universität `Soziologie´ in Istanbul studierte, in `Humangeographie´ in London promovierte und später als außerordentliche Professor an der Bilgi Universität in Istanbul tätige Herr Dr. Sezai Ozan Zeybek die Tötungsbefehle beinhalteten Telegramme von Talât Pascha. Am Rande sei erwähnt, dass die „Humangeographie, auch Kulturgeographie genannt, neben der physischen Geographie der zweite große Teilbereich der Allgemeinen Geographie ist und sich mit dem Verhältnis von Raum und Mensch – oder genauer – mit der räumlichen Organisation menschlichen Handelns beschäftigt.“ (Quelle Wikipedia, Stand: 23.07.2020) Der auch als Buchautor und Radiomoderator tätige Herr Dr. Sezai Ozan Zeybek lebt und arbeitet derzeit in Berlin.
Die Echtheit der im obigen Zitat erwähnten Telegramme wurde von dem renommierten Historiker und dem türkischen Pionier in der Genozidforschung Herrn Prof. Dr. Taner Akçam und seinem Forschungsteam 2018 wissenschaftlich bewiesen. Nachweis der Echtheit der »Talât Pascha-Telegramme« gilt als ein Meilenstein in der Aufarbeitung des armenischen Genozids. Herr Prof. Dr. Taner Akçam ist Soziologe, Historiker und Inhaber des Lehrstuhls für die Geschichte des armenischen Genozids an der Clark University in Massachusetts/USA.

Das obige Zitat von Herrn Dr. Sezai Ozan Zeybek stammt von ihm nicht als ein Akademiker und Experten zum Thema, sondern als Privatperson in seinem Blog „Oyunbozan” (übersetzt: „Spielverderber“) aus seinem türkischsprachigen Artikel „Büyük Medeniyet Savaşı 2: Eli Silahlı Kahramanlar“ (übersetzt: Der große Zivilisationskrieg 2: Helden mit Waffe in der Hand“). Siehe auch: http://ozanoyunbozan.blogspot.com

Sayın Doç. Dr. Sezai Ozan Zeybek: Beşerî coğrafyacı. „Türkiye’nin Yakın Tarihinde Hayvanlar: Sosyal Bilimleri İnsan Olmayanlara Açmak“ isimli bir kitabı var. Özgürüz Radyo’da çevre programı yapıyor, gazetelerde-dergilerde yazıyor çiziyor, Berlin’de postkolonyal eleştiri, ayrımcılık, çağdaş sosyal bilim kuramı dersleri veriyor. Ayrıca beş çocuk kitabının yazarı. Akademik olmayan, gündem dışı yazılarını koyduğu bir blogu bulunuyor: http://ozanoyunbozan.blogspot.com. Yukarida Türkce dilinde paylastigim düsünceler, sayın Doç. Dr. Sezai Ozan Zeybek´ aittir, ve bunu kendisinin özel çalışma alanından, yani blogundan „Büyük Medeniyet Savaşı 2: Eli Silahlı Kahramanlar“ adlı blog yazısından izniyle paylaştım. Sayın Doç. Dr. Sezai Ozan Zeybek´in zamanında Çanakkale Muharebesi ve Ermeni Soykırımı arasındaki ilişkiyi, oradaki hafıza siyasetini tartıştığı bir makalesini okumanınızı tavsiye ederim.

 
 
 
 
Dr. Armin T. Wegner_ © mit freundlicher Genehmigung von Michele Wegner

Aghet-Augenzeuge Dr. Armin T. Wegner: Es zeigt ihn 1916 in seiner Sanitätsuniform mit traditioneller arabischer Kopfbedeckung, die er im Stab des deutschen Generals von der Golz in Anatolien und Mesopotamien, also in der Zeit seiner Augenzeugenschaft des Völkermordes an den Armenier*innen trug – Das Foto wurde von Herrn Heinrich G. Wegner gemacht. Er war der Bruder von Herrn Dr. Armin T. Wegner.

Foto aus Familienbesitz – © mit freundlicher Genehmigung von Michele Wegner

 
 

Sayın Dr. Armin Theophil Wegner: Ermeni Soykırım tanığı: »İslâmiyeti suçlamıyorum. Her büyük inancın ruhu asildir, ve Avrupa´nın yaptıkları, bir çok müslümanın gösterdiği davranış karşısında yüzümüzü kızartıyor. Ruhu derin ahlâkla mütevazi Türk halkını suçlamıyorum.«

 

Aghet-Augenzeuge Dr. Armin Theophil Wegner: »Ich klage nicht den Islam an. Der Geist jedes großen Glaubensbekenntnisses ist edel, und die Handlung manches Mohammedaners hat uns vor den Taten Europas die Augen niederschlagen lassen. Ich klage nicht das einfache türkische Volk an, dessen Seele von tiefer Sittlichkeit erfüllt ist.«

 
 

Deutsche Übersetzung siehe weiter unten:

Der unten stehende türkischsprachige Text über Herrn Dr. Armin T. Wegner wurde von Çiğdem Gül (2020) verfasst.

 

Rober Koptaş´ın, Agos gazetesi için 29.05.2009 tarihinde yayımladığı makalesinden alınan pasajlar kaynak olarak aşağıdaki metnimde işaretlenmiştir.
Agos gazetesine ve Rober Koptaş´a teşekkürlerimle.

 

Sayın Dr. Armin Theophil Wegner hakkında:

Sayın Dr. „Armin Theophil Wegner, iki büyük soykırımın kurbanı ve 20. yüzyılın en talihsiz evlatlarından biriydi.“

Birinci Dünya Savaşı sırasında 1915 yılında Almanya´nın Elberfeld (günümüzde: Wuppertal) kentinden Anadolu´ya bir genç Alman subayı olarak giden, ancak Ermeni halkının yaşadığı trajediye tanık olan, Alman sağlık görevlileri ile birlikte dolaşarak olayların her anını fotograf makinesiyle görüntüleyen Armin Theophil Wegner´den bahsetmek istiyorum.

Sayın Dr. Armin Theophil Wegner için bir daha hiçbir şey eskisi gibi olmayacaktı. „Vatana ihanet suçlamasıyla ve ölüm tehlikesiyle karşı karşıya kalmasına karşın, tehciri, katliamlardan arda kalan cansız bedenleri, açlıktan bir deri bir kemik kalmış çocukların ve yetişkinlerin fotoğraflarını çekti. Amacı, Almanya’daki yurttaşlarının ve dünyanin müttefik Osmanlı topraklarında yaşanan vahşetten haberdar olmalarını sağlamaktı.“ Üstün adalet, doğruluk ve merhamet anlayışına sahip olan Wegner, haksızlıklara karşı tahammülü yoktu. Fotoğraflarının bir kısmına el konulurken ve yok edilirken, o yine kemerinde negatifleri gizleyerek gizlice Almanya´ya getirmeyi başarmış ve soykırımı belgelemişti. 1919’da ABD/Amerika Başkanı Wilson’a bir açık mektup yazdı, Ermenilerin, “verimli Anadolu platosunda başlayıp Mezopotamya çöllerinde son bulan korkunç yok oluşu”nun canlı tanığı olarak, ıstırap ve dehşet verici o günleri anlattı. Başkan’dan, Paris Barış Konferansı’nda çizilecek yeni dünya haritasında Ermeniler için de bir yurt istedi.“ Armin T. Wegner´in açık mektubunu aşağıda hem Türkçe hem Almanca dilinde okuyabilirsiniz.

Sonraki yıllarda, Almanya´da doktorasını hukuk alanında yapan şair ve yazar Dr. Armin T. Wegner, „ezilenlerin, köleleştirilmeye çalışanların uğradığı adaletsizliklere dışavurumcu bir tarzda dikkate çeken romanlar, hikâyeler, makaleler yazdı. 1933’te, Nazilerin, kitaplarını yaktığı yazarlar arasında yer alıyordu. Nazi Almanyası’nda ise Hitler’e bir açık mektup yazarak, Yahudilere karşı uygulanan şedit ayrımcılığa bir son verilmesi çağrısında bulundu. Mektubunu yayımlatacak gazete bulamayınca, Nasyonal Sosyalist Parti genel merkezine postaladı. Hemen tutuklandı, ve Oranienburg, Börgermoor ve Lichtenburg toplama kamplarında tutularak, uzun süre işkence gördü. Salıverilişinden sonra, 1939’da İtalya’ya kaçmayı başardı. Armin Theophil Wegner, ömrünün sonuna dek İtalya’da yaşadı ve Almanya’ya bir daha hiç ayak basmadı. Oğlu Michele, onun bazı geceler uykusundan kâbuslar görerek, çığlıklar atarak uyandığını söylüyordu. 1967’de İsrail’de, Dünya Halklarının En Adil İnsanı Ödülü’yle, 1968’deki Ermenistan ziyaretinde ise, Gatoğigos I. Vazken tarafından Surp Krikor Lusavoriç Nişanı’yla ödüllendirildi.

Wegner’in küllerinin bir kısmı, ölümünün ardından Yerevan’daki Soykırım Müzesi’ne gömülmüştü.“

 
 

Über Herrn Dr. Armin Theophil Wegner:

Dr. Armin Theophil Wegner [* 16. Oktober 1886 in Elberfeld (heute zu Wuppertal/Deutschland); † 17. Mai 1978 in Rom], dem bleibend als „Gerechter unter den Völkern“ geehrten promovierten Juristen, expressionistischen Lyriker, Schriftsteller, Kriegsgegner, Menschenrechtler, im Osmanischen Reich Augenzeugen der Vertreibung und Todesmärsche der Armenier von Anatolien in die syrische Wüste, Augenzeugen des Völkermordes an den Juden im Dritten Reich und lebenslangen Dokumentators dieser Völkermorde, gilt für mich bis heute als einer der beeindruckendsten Persönlichkeiten Deutschlands.

Dr. Armin T. Wegners Fotografien sind bis heute die wichtigsten Bildbeweise über den Genozid an den Armeniern und anderen orientalischen Christen.

Dr. Armin T. Wegner erhielt unter anderem das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland (1956) und den Eduard-von-der-Heydt-Preis seiner Heimatstadt Wuppertal (1962). 1968 wurde Wegner in die Reihe der Gerechten unter den Völkern aufgenommen. 2002 wurde die Armin-T.-Wegner-Gesellschaft mit Sitz in Wuppertal gegründet, 2003 ihre US-Schwestergesellschaft in Los Angeles.

Armin T. Wegner war gerade mal 29 Jahre alt und stand in den Anfängen seiner Dichterkarriere, als er sich mit Begeisterung und Abenteuerlust freiwillig bei der Deutsch-Osmanischen Sanitätsmission zum humanitären Dienst in den Orient gemeldet hatte. Er ahnte noch nicht, dass er das erste große Trauma seines Lebens erleben würde; die ihn Zeit seines Lebens verfolgen und in den Nächten aus den Albträumen aufschreiend aufwecken würde. In Anatolien sah er 1915/16 mit eigenen Augen die Vertreibung und den Völkermord an den Armeniern durch das jungtürkische Osmanische Reich. Armin T. Wegner fotografierte heimlich die Zwangsdeportationen und den Völkermord an den Armeniern und versprach den hungernden, verdurstenden und fast-sterbenden Armeniern, dass er das Geschehene mit seinem Bildmaterial den Beweis des Genozids nach Europa bringen werde und für die armenischen Menschen seine Stimme erheben werde. Trotz des Verbots der türkischen Behörden, riskierte Wegner sein Leben und machte mehr als 100 Fotos, die er unter der Leibbinde versteckt über die Grenze nach Europa schmuggelte. Er war aber nicht nur Augenzeuge, sondern hat die Ereignisse sowohl literarisch, als auch fotografisch festgehalten und intervenierte bei der deutschen Regierung und bei US-Präsident Wilson. Er schildert die Vertreibung der Armenier in die Wüste in drastischen Worten (siehe weiter unten seinen Brief an den amerikanischen Präsidenten in deutscher Sprache und türkischer Übersetzung), und belässt es nicht bei dem Brief an den amerikanischen Präsidenten, um sich für das armenische Volk einzusetzen. Seine Tagebuchaufzeichnungen aus seiner Zeit in Anatolien gibt der Mitbegründer des Bundes der Kriegsgegner unter dem Titel „Der Weg ohne Heimkehr“ 1919 heraus. Seine Fotografien zeigte Wegner von 1919 bis 1924 bei Lichtbildervorträgen in Berlin, Breslau und Wien und berichtete auch von seinen dramatischen Erfahrungen in Anatolien. Aber auch seine literarischen Texte haben es in sich. Sein später Meistertext „Das Armenische Totenlied“. Dieser ergreifende Gesang der Einfühlung in das Leid, das den Armenier*innen zugefügt wurde, ist – wie viele andere Texte des großen Dichters und „Gerechten der Völker“ – ein Jahrhundertdokument für Verständigung und gegen Hass.

Zwei offene Briefe machten Armin T. Wegner berühmt. Den ersten offenen Brief hatte Wegner – wie oben schon erwähnt – im Ersten Weltkrieg verfasst und an US-Präsident Wilson gesandt. Mit seinen viel gelesenen Büchern gegen den Krieg machte er sich zwangsläufig zum Feind der Nazis. Seine Werke wurden verboten und verbrannt. Mit seinem „Brief an Hitler“ protestierte Wegner 1933 gegen die Ausgrenzung und Verfolgung der Juden in Deutschland. Den zweiten offenen Brief schrieb Armin T. Wegner 1933 an Hitler, um gegen die einsetzende Judenverfolgung zu protestieren. Wenig später wurde er deshalb verhaftet und bis 1934 durch mehrere Konzentrationslager geschleift und gefoltert, bevor es seiner jüdischen Frau Lola Landau mit Hilfe von Freunden gelang, ihn freizubekommen und zur Emigration zu bewegen. Nach seiner Haftentlassung konnte sich Wegner nach Italien retten. Zeit seines Lebens versuchte sich Armin T. Wegner an einem großen Armenien-Roman. Doch er gelang ihm nicht. Wegner verstummte. Er starb 1978 im Alter von 91 Jahren in Rom.
 
 
 
 
Dr. Armin T. Wegner_2 © mit freundlicher Genehmigung von Michele Wegner

Dr. Armin Theophil Wegner: Foto aus Familienbesitz © mit freundlicher Genehmigung von Michele Wegner

 

Dr. Armin T. Wegner: »Kürtler tarafından kurşunlanmış, bekçiler tarafından soyulmuş, vurulmuş, asılmış, zehirlenmiş, hançerlenmiş, boğulmuş, salgın hastalıkların kurbanı olmuş, sularda boğulmuş, soğuktan donmuş, susuzluktan ve açlıktan kırılmış, çürümüş ve çakallara yem olarak öldüler. Çocuklar ağlamaktan öldü, erkekler kendilerini kayalara vurdular, anneler yavrularını kuyulara attı, hamileler elele ve türküler söyleyerek kendilerini Fırat sularına bıraktılar. Dünyanın tüm ölümlerini, tüm yüzyılların ölümlerini öldüler.«

 

Dr. Armin T. Wegner: »So starben sie, von Kurden erschlagen, von Feldjägern beraubt, erschossen, erhängt, vergiftet, erdolcht, erdrosselt, von Seuchen verzehrt, ertränkt, erfroren, verdurstet, verhungert, verfault, von Schakalen angefressen. Kinder weinten sich in den Tod, Männer zerschmetterten sich an den Felsen, Mütter warfen ihre Kleinen in Brunnen, Schwangere stürzten sich, die Hände aneinandergebunden, mit Gesang in den Euphrat. Alle Tode der Erde, die Tode aller Jahrhunderte starben sie.«

 
 
 
 

Ein Vermächtnis in der Wüste – 1919: Armin T. Wegners offener Brief an den US-Präsidenten Woodrow Wilson

 

Das Original des offenen Briefes in deutscher Sprache siehe weiter unten:

 

Kuzey Amerika Birleşik Devletleri Başkanı Woodrow Wilson´a, Alman görgü tanığı Armin T. Wegner tarafından Ermeni halkının Mezopotamya çölüne sürülmesi hakkındaki açık mektubu:

Türkçe´ye çeviren: Sevgi Braun, 2008

Kaynak: Armin T. Wegner Vakfı // Bu mektup ve Türkçe çevirisi, „Internationale Armin T. Wegner Gesellschaft“ Yönetim Kurulu Üyesi Ulrich Klan Bey´in bana vermiş olduğu izniyle paylaşılmıştır.

 

Çölde Yatan Vasiyet

„Tehcirin hedefi yoktur!
Talaat, Türk Dahiliye Nazırı

Berlin, Ocak 1919

Sayın Başkan!

[…] Siz, Osmanlı İmparatorluğu´nun Türk olmayan halklarını zulümden kurtarma çağrısında bulundunuz. Ermeniler de bu halklara dahil. Ben size bu halk için sesleniyorum. Bu halkın, Anadolu´nun verimli topraklarında başlayan ve Mezopotamya çölünün ıssızlığında son bulan korkunç çöküşünü izleyen ender Avrupalılardan birisi olarak, yaşadığı sefalet ve dehşet tablolarını huzurunuzda dile getirme hakkını kullanıyorum. […] Çünkü dünyada hiçbir halk, Ermeni halkının yaşadıklarıyla böylesine bir adaletsizliğe maruz kalmadı. Bu bir Hıristiyanlık meselesidir, bu bir insanlık meselesidir. […]

Türk Hükümeti, 1915 yılının ilkbaharında 2 milyon Ermeni´yi yeryüzünden silmek gibi akıl almaz planın uygulanmasına başladığında Fransa, İngiltere ve Almanya´nın elleri kana bulanıktı. […] Hiçbiri, Türkiye´nin iktidar sahiplerinin […] bu halkı – tümüyle açlığa mahkum etmek amacıyla – […] Arap çölüne sürmelerini önlemedi. […]
Pompejus döneminde Roma istilasına uğramadan bin yıl önce kendi yurtları olan bu topraklardan, Türk İmparatorluğu´nun dörtbir köşesinden, Marmara Denizi´nden palmiyeli güney kıyılarına kadar her yerden toplanip, yüksek dağ geçitlerinden geçirilerek bu meyus platoda biraraya getirildiler. Bir sürü erkek, henüz aileleri yola koyulmadan önce katledildi, zincir veya halatlarla birbirine bağlanmış olarak nehre atıldılar, elleri kolları bağlanarak dağlara sürüldüler, kadınlar pazarlarda resmen satışa çıkarıldılar, yaşlılar ve gençler sokaklarda öldürücü değnek dayağıyla zorunlu çalışmaya mecbur edildiler. […]
Türkiyen´nin başkanları ve sözcüleri kalmayan Ermeni halkı, gece gündüz demeden, hatta yataklarından çırılçıplak alınarak yaşadıkları kentlerden sürüldüler, köyleri yakıldı, kiliseleri yakıldı ve camiye çevrildi. Hayvanları, […] arabaları çalındı, ellerinden ekmekleri, üstlerinden giysileri, hatta saçlarından ve ağızlarından altın dişleri alındı. […]

Kürtler tarafından kurşunlanmış, bekçiler tarafından soyulmuş, vurulmuş, asılmış, zehirlenmiş, hançerlenmiş, boğulmuş, salgın hastalıkların kurbanı olmuş, sularda boğulmuş, soğuktan donmuş, susuzluktan ve açlıktan kırılmış, çürümüş ve çakallara yem olarak öldüler. Çocuklar ağlamaktan öldü, erkekler kendilerini kayalara vurdular, anneler yavrularını kuyulara attı, hamileler elele ve türküler söyleyerek kendilerini Fırat sularına bıraktılar. Dünyanin tüm ölümlerini, tüm yüzyılların ölümlerini öldüler.
Çölde gizlice sürgünlerin mülteciler kampına girip, çadırlarında açların ve ölüm döşeğindekilerin minderlerine oturduğum zaman, yalvaran elleri ellerimi tutuyordu. Yüzlerce ölüyü takdis eden ruhanileri, Avrupa´ya döndüğümde onlar için yardım dilememi yalvarıyordu. […]

Bu yazı bir arzuhal. Bu yazı, binlerce ölünün benim ağzımdan seslenen feryadı. […]

İslâmiyeti suçlamıyorum. Her büyük inancın ruhu asildir, ve Avrupa´nın yaptıkları, bir çok müslümanın gösterdiği davranış karşısında yüzümüzü kızartıyor. Ruhu derin ahlâkla mütevazi Türk halkını suçlamıyorum.[…]“

 

Kaynak: „Bildnis einer Stimme“ („Görünen Ses“), Armin T. Wegner adına yapılan bir projedir.
2003 yılında bu proje, o dönemin Almanya Federal Cumhuriyeti’nin 8. Cumhurbaşkanı sayın Johannes Rau himayesi altında gerçekleştirilmiştir. Editörlügünü “Internationale Armin T. Wegner Gesellschaft“ Yönetim Kurulu Üyesi Ulrich Klan Bey´in yaptığı bu projede, uluslararası sanatçıların müzikleri buluştu. Bu proje, „Bildnis einer Stimme“ adlı sesli kitap halinde, yazılı olarak ta bir defterde sonlandırılmıştır. Defterin 65-68 sayfalarında, Armin T. Wegner´in açık mektubunun Türkçe çevirisini bulabilirsiniz.

 
 
 
Foto_ Armin T. Wegner_© Mit freundlicher Genehmigung von Wallstein Verlag_

Foto: „Priester begraben die Toten“

von Armin T. Wegner
© Mit freundlicher Genehmigung von Wallstein Verlag (Göttingen/Deutschland)

 
 

Armin T. Wegner, der deutsche Augenzeuge des Völkermords an den Armeniern, schrieb im Januar 1919 einen offenen Brief an den Woodrow Wilson, dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Nordamerika über die Austreibung des armenischen Volkes in die mesopotamische Wüste. Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Vorsitzenden Ulrich Klan der internationalen Armin T. Wegner Gesellschaft in Wuppertal/Deutschland, veröffentliche ich folgende Auszüge aus dem Original des Briefes:

 

Ein Vermächtnis in der Wüste

„Das Ziel der Verschickung
ist das Nichts.“
Talaat, Türkischer Minister des Inneren

Berlin, im Januar 1919

Herr Staatspräsident!

[…] In Ihrer Botschaft an die Vereinigten Staaten vom achten Januar des vergangenen Jahres haben Sie die Forderung erhoben, alle nicht-türkischen Völker des Osmanischen Reiches aus ihrer Unterdrückung zu befreien. Dazu gehören auch die Armenier. Dieses Volk ist es, für das ich meine Stimme erhebe.
Als einer der wenigen Europäer, der seinen furchtbaren Untergang vom Beginn auf den fruchtbaren Äckern Anatoliens bis zur Vernichtung seiner kläglichen Reste in den Einöden der mesopotamischen Wüste erlebte, nehme ich das Recht in Anspruch, die Bilder der Not und des Entsetzens vor Ihnen heraufzurufen. […] Denn keinem Volk der Erde ist je ein Unrecht geschehen wie dem armenischem. Es ist eine Frage des Christentums, es ist eine Frage der ganzen Menschheit. […]

Als die türkische Regierung im Frühjahr 1915 an die Ausführung ihres unfaßbaren Planes ging, zwei Millionen Armenier vom Erdboden zu vertilgen, waren die Hände ihrer abendländischen Brüder in Frankreich, England und Deutschland vom eigenen unseligen Blute feucht. […] Niemand hinderte die finsteren Machthaber der Türkei, ihre qualvollen Folterungen zu beenden. […] So haben sie ein ganzes Volk […] in die arabische Wüste getrieben, mit keiner anderen Absicht als der – sie verhungern zu lassen. […]
Aus einer Heimat, die sie schon tausend Jahre innehatten, als die Römer unter Pompejus ihr Land eroberten, aus allen Teilen des türkischen Reiches, trieb man sie über die Pässe des Hochgebirges, von den Küsten des Marmarameeres bis zu den Palmenoasen des Südens in dieser trostlosen Ebene zusammen. Vor dem Aufbruch ihrer Familien metzelte man Scharen von Männern nieder, […] jagte die armenische Bevölkerung der Türkei, ihrer Häupter und Wortführer beraubt, zu jeder Stunde des Tages und der Nacht aus den Städten, […] plünderte ihre Häuser, verbrannte die Dörfer, zerstörte die Kirchen oder verwandelte sie in Moscheen. Man raubte den Armeniern ihr Vieh, […] nahm ihnen Wagen, riss ihnen das Brot aus den Händen, die Kleider von den Gliedern, das Gold aus den Haaren und den Zähnen.

So starben sie, von Kurden erschlagen, von Feldjägern beraubt, erschossen, erhängt, vergiftet, erdolcht, erdrosselt, von Seuchen verzehrt, ertränkt, erfroren, verdurstet, verhungert, verfault, von Schakalen angefressen. Kinder weinten sich in den Tod, Männer zerschmetterten sich an den Felsen, Mütter warfen ihre Kleinen in Brunnen, Schwangere stürzten sich, die Hände aneinandergebunden, mit Gesang in den Euphrat. Alle Tode der Erde, die Tode aller Jahrhunderte starben sie. […]
Als ich in der Wüste heimlich durch die Flüchtlingslager der Vertriebenen schlich, in ihren Zelten mit Hungernden und Sterbenden auf ihrer Matte saß, ergriffen ihre flehenden Hände die meinen. Die Stimme ihrer Priester […] beschwor mich, für sie zu bitten, wenn ich wieder in Europa wäre. […]

Dieses Schreiben ist ein Vermächtnis. Es ist der Mund von tausend Toten, der aus mir redet. […]

Ich klage nicht den Islam an. Der Geist jedes großen Glaubensbekenntnisses ist edel, und die Handlung manches Mohammedaners hat uns vor den Taten Europas die Augen niederschlagen lassen. Ich klage nicht das einfache türkische Volk an, dessen Seele von tiefer Sittlichkeit erfüllt ist. […]“

 

Quelle: „Bildnis einer Stimme“ ist ein Projekt im Auftrag der „Armin T. Wegner Gesellschaft e. V.. Dieses Projekt wurde im Jahr 2003 unter der Schirmherrschaft des 8. Bundespräsidenten Johannes Rau realisiert. In diesem Projekt traf sich die Musik internationaler Künstler. Abschließend wurde das Projekt in einem Hörbuch mit dem Titel „Bildnis einer Stimme“ und in einem Heft verschriftlicht verewigt. Der offene Brief 1919 Armin T. Wegners an den damaligen US-Präsidenten finden Sie im Original und in vollständiger Version auf den Seiten 61-65. Der Herausgeber des Hörbuches ist Herr Ulrich Klan.

 
 
 
© Kristin Saleri

Kunstbild „Sitting sitar player“ © Armenische Künstlerin Kristin Saleri (1915 -2006, Türkei)

 
 

Podcast: Der Zor ÇölleriErmenice – “Mayrig” Ğambaryan (Miribel, Fransa’da kaydedildi)/ “Mayrig” Von Ğambaryan auf Armenisch gesungen (Aufnahme: Miribel/Frankreich)


 

Podcast: Der Zor Çölleri – Türkçe – Sarkis Boğosyan (Fresno, Kaliforniya’da kaydedildi) / Von Sarkis Boğosyan auf Türkisch gesungen (Aufnahme: Fresno/Kalifornien)


 

© Mit freundlicher Genehmigung von www.houshamadyan.org (Berlin/Deutschland)

 

Deir ez-Zor / armenisch Դեր Զոր Der Zor: ist eine Stadt im Osten Syriens. In den Jahren 1915–1916 wurde die damals zum Osmanischen Reich gehörende Stadt im Rahmen des Völkermordes an den Armeniern Standort eines Konzentrationslagers. Dieses war Zielpunkt zahlloser Todesmärsche, mit denen die damals regierenden Jungtürken unter Innenminister Talât Pascha die Vernichtung von bis zu anderthalb Millionen Armeniern bewerkstelligten. (Quelle: Wikipedia, Deutsch, Stand: 05.01.2020)

 
 
 
Armenischer-Kinderschuh-1915

© Mit freundlicher Genehmigung von Armin T. Wegner Gesellschaft (Wuppertal/Deutschland)

 
 

Auf dem obigen Bild ist ein armenischer Kinderschuh abgebildet, den Herr Dr. Armin T. Wegner am Wegrand der Deportationszüge in Anatolien gefunden hat. Er bewahrte ihn sein ganzes Leben lang in größter Ehrfurcht auf und vererbte ihn seiner Tochter Sibylle Anousch Stevens, geb. Wegner. Armin T. Wegner gab seiner Tochter den Zweitnamen „Anousch“ (= die Süße) zur Erinnerung an die vielen ermordeten armenischen Kinder. Sie hat diesen Namen bis ins hohe Alter bewusst als Verpflichtung getragen und in großes, gütiges Engagement umgesetzt. Sibylle Anousch war – als selbst vom Exil betroffenes Kind der NS-Opfer Lola Landau und Armin T. Wegner – eine viel gefragte Zeitzeugin zu Themen des Genozids an den Armenier*innen, zur Shoah und zur Friedensbewegung.

Bei diesem Foto hatte Herr Vorsitzender Ulrich Klan der internationalen Armin T. Wegner Gesellschaft in Wuppertal im Jahr 2005 den armenischen Kinderschuh im Haus von Armin T. Wegners Tochter Sibylle Anousch Stevens in Wroxham/England auf ihrer Hand aufgenommen. Die Tochter Lola Landaus und Armin T. Wegners starb am 24. Juli im Alter von 93 Jahren nach kurzer Krankheit auf der Insel Wight/England. Sibylle Anousch Stevens schenkte die kostbare Reliquie vor ihrem Tod der internationalen Armin T. Wegner Gesellschaft in Wuppertal/Deutschland. Und die Gesellschaft hat das historische Fundstück dem Armin T. Wegner Archiv der Stadt Wuppertal dauerhaft zur Verfügung stellt. So ist dieses besondere Fundstück heute – gesichert, aber der Öffentlichkeit und der Forschung zugänglich – als zeitgeschichtliches Dokument im Bestand des Armin T. Wegner Zimmers in der Stadtbibliothek in Wuppertal-Elberfeld zu finden.

Näheres über die Biografie von Armin T. Wegners und Lola Landaus Tochter Sibylle Anousch Stevens, siehe bei www.armin-t-wegner.de unter „Rundbrief“ -> Nr. 22 / Jahr 2016

 
 

Herr Vorsitzender Osman Güden der ezîdîschen Gemeinde Mala Ezdaî: »Mein êzîdîscher Vater, geboren 1898, hatte als Jugendlicher in Siirt Batman-Beşiri/Ost-Anatolien den Völkermord an den Armeniern mit eigenen Augen gesehen, er war also ein Zeitzeuge. Mein Vater war von den narrativen Grausamkeiten, die damals osmanische Soldaten und – aus sunnitischen Kurden bestehende – Hamidiye-Stammesmilizen an die armenischen Kinder, Frauen und Männern angetan hatten, bis ins hohe Alter traumatisiert. Mein Vater brach zu Lebzeiten auch als 90-jähriger in Tränen aus, wenn er uns Kindern von dem Völkermord an den Armeniern erzählte.«

 

Herr Osman Güden ist Sohn eines armenischen Völkermords überlebenden Êzîden aus Batman/Ostanatolien, Bauunternehmer, Vorsitzender der ezîdîschen Gemeinde Mala Ezdaî in Kalkar-Kleve/Deutschland. Siehe auf Seite 3 von 4 meines Essays sein vollständiges Statement zum Thema.

 
 
 
 
Der Sucher_© Mit freundlicher Genehmigung von Deniz Alt

Das Kunstbild „Der Sucher“ © Mit freundlicher Genehmigung von Deniz Alt (Frankfurt am Main/Deutschland).

 

Deniz Alt, der gesellschaftskritische Künstler und ethische Kosmopolit mit deutsch-türkisch-westarmenischen Wurzeln, beschäftigt sich seit über 20 Jahren künstlerisch mit dem Thema des Völkermordes an den Armeniern. Herr Deniz Alt wählte seitdem für seine Arbeit verschiedene Ansätze – von einer expressiven Malerei (2002 – 2005) über die Abstraktion und der Darstellung des Themas durch die Nichtfarbe Weiß (2006 – 2009) bis zur Rückkehr zum Figurativen und Gegenständlichen (2009 – ), aktuell mit einer reduzierten Farbpalette. Die von ihm heute verwendete Wischtechnik, ist für ihn künstlerische Ausdrucksform, um das Verschwinden und Vergessen der Erinnerung auf der Leinwand zum Ausdruck zu bringen.

 
 
 

Wunde voller Leben

 

„Physische Wunden heilen irgendwann, aber seelische Wunden bleiben ein Leben lang. Ich mag es mir nicht vorstellen, wie es im Inneren eines Menschen aussieht, der ein Völkermord oder Krieg erlebt hat. „Ein traumatisiertes Erinnerungsvermögen ist nicht zu erzählenden Wiedergabe fähig“, schrieb Jonathan Shay.

 

Arkadi Arkadjewitsch Babtschenko: »Der Krieg ist nicht deshalb furchtbar, weil er einem Arme und Beine herausreißt. Er ist furchtbar, weil er die Seele herausreißt.«

 
Ich erinnere mich an das Zitat des in Moskau lebenden russischen Journalisten, Kriegsreporters und Buchautors Arkadi Arkadjewitsch Babtschenko in seinem Artikel „Der Kreis des Krieges“[2] bei Europas Kultur Zeitung „Lettre International“ schreibt, ist „der Krieg nicht deshalb furchtbar, weil er einem Arme und Beine herausreißt. Er ist furchtbar, weil er die Seele herausreißt.“ Seine Aussage gilt aus meiner Sicht auch für einen Völkermord. Vor allem für den Genozid an den Armeniern.

 

Ich möchte im Folgenden das armenisch-deutsch-türkische Trio „…in der Wüste…“ des Komponisten Ulrich Klan in unten stehendem Video vorstellen. Das Video wird mit freundlicher Genehmigung der internationalen Armin T. Wegner Gesellschaft (Wuppertal/Deutschland) veröffentlicht.
Dieses Musikstück gehört zur Pioniergeschichte der noch immer äußerst verhaltenen armenisch-türkischen Begegnung zum Thema des Genozids: Nach Ende des Völkermords an den Armeniern war es mit diesem Projekt erstmals (!) gelungen, armenische, türkische und deutsche Musiker zu diesem Thema öffentlich zusammenzubringen. In diesem musikalischen Trio wurde bewusst auf Worte verzichtet – es gibt also „nur“ die Komposition instrumentaler Töne. Diese reflektieren rein musikalisch zum einen den offenen Brief des deutschen Aghet-Augenzeugen Armin T. Wegner an den amerikanischen Präsidenten über die Austreibung des armenischen Volkes in die Wüste. Zum anderen wird mit diesem Jahrhunderttext auch die „Wüste“ der damals zum Thema vorherrschenden Sprachlosigkeit – vor allem unter den Türkisch- und Kurdischstämmigen – thematisiert. Es sei erwähnt, dass sich zum Schluss in den beiden uralten Liedern, dem armenischen „Zikh du Kashi“ und dem türkischen „Gel Gidelin Dosta Gönül“ die drei vereinzelt suchenden „Wüsten“- Musiker schließlich treffen und vereinen.

ENDE – Seite 2 von 4

 

© Çiğdem Gül – 19. Juli 2020

 
 

Um Seite 1 von 4 zu lesen, bitte hier anklicken.

Um Seite 3 von 4 zu lesen, bitte hier anklicken.

Um Seite 4 von 4 zu lesen, bitte hier anklicken.

 
 
 

Fußnoten

 

[1] Jeghische Tscharenz, gesprochen: Jerische Tscharents (1897-1937) wird von Armeniern in aller Welt als größter Dichter ihres Volkes und zugleich als ein Märtyrer der armenischen Nation verehrt. Der Begründer der modernen armenischen Dichtung erlebt den Völkermord an den Armeniern. In Sowjetunion wurde er unter Stalin als Nationalist diffamiert, inhaftiert und schließlich im Gefängnis ermordet.

 

[2] Arkadi Arkadjewitsch Babtschenko: Artikel “Der Kreis des Krieges“ (Zitat: „Der Krieg ist nicht deshalb furchtbar, weil er einem Arme und Beine herausreißt. Er ist furchtbar, weil er die Seele herausreißt.“), deutsche Übersetzung in: Europas Kultur Zeitung „Lettre International“, Ausgabe 93, 2011, S. 7/8

 
 
 
 

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