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	<title>Intercultural Network For The Highly Gifted &#187; Psychologie</title>
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		<title>begabt hochbegabt schizophren: Der seelische Untergang?</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Feb 2024 23:50:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Cigdem Guel]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Çiğdem Gül]]></category>
		<category><![CDATA[Intercultural Network For The Highly Gifted]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>&#160; &#160; &#160; &#160; begabt hochbegabt schizophren:   &#160; Der seelische Untergang? &#160; &#160; &#160; Von Çiğdem Gül 02. Dezember 2018 &#160; &#160; Die Schizophrenie gehört zu den schwersten psychischen Erkrankungen. Der schizophrene Mensch verliert die Kontrolle über seinen Verstand und über sein Gefühl. Bei schizophrenen Menschen verändern sich die Wahrnehmung, das Denken und das [&#8230;]</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;<br />
<a href="http://www.interkulturellhochbegabte.de/wp-content/uploads/cigdem-gül_.jpg" class="grouped_elements" rel="tc-fancybox-group29311"><img src="http://www.interkulturellhochbegabte.de/wp-content/uploads/cigdem-gül_-311x400.jpg" alt="cigdem gül_" width="311" height="400" class="alignright size-medium wp-image-39494" /></a><br />
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<p align="center"><span style="font-size: 36pt; font-family: Tahoma, Arial, Helvetica, sans-serif;"><strong>begabt hochbegabt schizophren:  </strong></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="center"><span style="font-size: 36pt; font-family: Tahoma, Arial, Helvetica, sans-serif;"><strong>Der seelische Untergang? </strong></span></p>
<p>&nbsp;<br />
&nbsp;<br />
&nbsp;</p>
<p align="right"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Von Çiğdem Gül</span></strong></p>
<p align="right"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">02. Dezember 2018 </span></p>
<p>&nbsp;<br />
&nbsp;</p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Die Schizophrenie gehört zu den schwersten psychischen Erkrankungen. Der schizophrene Mensch verliert die Kontrolle über seinen Verstand und über sein Gefühl. Bei schizophrenen Menschen verändern sich die Wahrnehmung, das Denken und das Fühlen ebenso wie der innere Antrieb. In vielen Fällen so stark, dass Angehörige, Freunde und Arbeitskollegen meinen, einen anderen Menschen vor sich zu haben. &#8222;Tagelang ist man aufgebracht und wütend, verbringt die Nächte angespannt und voller Angst, hört Stimmen und sieht Dinge, die niemand sonst hören oder sehen kann. Und all das ist man selbst, aber auch wieder nicht – in diesen Augenblicken gibt es nur Täuschungen&#8220;, schrieb die kanadische schizophrene Schriftstellerin Margaret Gibson<sup><a id="anker1" title="Zur Erläuterung" href="#fn1">[1]</a></sup></span> in ihrem beeindruckenden Vorwort für ein externes Buch. <strong>„Wenn du geisteskrank bist, bist du damit beschäftigt, geisteskrank zu sein – die ganze Zeit“</strong>, ergänzt die amerikanische Dichterin Sylvia Plath das Bild über die Schizophrenen.<sup><a id="anker2" title="Zur Erläuterung" href="#fn2">[2]</a></sup></p>
<p></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Die Bezeichnung Schizophrenie stammt aus dem Griechischen <em>s´chizein</em> = spalten und <em>phrēn</em> = Seele, Gemüt, Zwerchfell. Im antiken Griechenland hielt man nämlich das Zwerchfell als den Ort der Seele. &#8222;Der Begriff Schizophrenie wurde erstmals am 24. April 1908 von dem Schweizer Psychiater Dr. Eugen Bleuler<sup><a id="anker3" title="Zur Erläuterung" href="#fn3">[3]</a></sup></span> (1857 &#8211; 1939) in einer Sitzung des Deutschen Vereins für Psychiatrie (DVP) öffentlich vorgestellt.&#8220; Siehe hierzu Wikipedia. Bleulers Konzept der Schizophrenie beinhaltete, dass die Schizophrenie eine funktionelle Erkrankung ist und nicht, wie bis dahin vom deutschen Psychiater Dr. Emil Wilhelm Georg Magnus Kraepelins vertretene These, &#8222;Dementia praecox&#8220;, also verfrühte Demenz. Bleuler entwickelte seine eigenen Kriterien für die Diagnose der Schizophrenie. Der deutsche Psychiater Dr. Kurt Schneider<sup><a id="anker4" title="Zur Erläuterung" href="#fn4">[4]</a></sup> (1887 &#8211; 1967) dagegen hielt die Schizophrenie für eine Erkrankung des Ichs und des Kognitiven und entwickelte eigene Diagnosekriterien, die auch heute noch in der Medizin eine bedeutende Rolle spielen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Obwohl mich das Thema Schizophrenie schon immer &#8222;fasziniert&#8220; hatte, fiel es mir immer sehr schwer, mich in die Erlebniswelt der Betroffenen hineinzuversetzen. Es war für mich nicht nachvollziehbar, dass Erwachsene <em>so</em> &#8222;außer der Reihe tanzen&#8220; konnten. Zuletzt war ich zutiefst bewegt, während ich als Diplom- Ökonomin und Rechtliche Berufsbetreuerin bei einem meiner ersten beruflichen Termine in der geschützten und geschlossenen Station einer Psychiatrischen Klinik eine russische Patientin mit stahlblauen Augen wie die einer Perserkatze die Flure auf und ab ging beobachtete. Sie hielt mit beiden Händen die Rolle eines Toilettenpapiers fest an der Brust, schwieg, wirkte apathisch, und schaute beim Auf- und Ab-Gehen &#8211; wenn sie in meine Richtung ging &#8211; mir tief in die Augen. Ich fragte mich, was diese Frau wohl in ihrem Leben durchgemacht haben muss, um so zu sein, wie sie gerade war. Und mir schien der Weg dorthin für uns alle nicht so weit entfernt. Dieser Gedanke erschrak mich damals sehr.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Warum wird einer `ver-rückt´?</span></strong></p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Es gibt auch hochbegabte und höchstbegabte Genies, die an Schizophrenie erkrankt sind. Ist Schizophrenie für diese Betroffene ein seelischer Untergang?</span></strong></p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Wie kommuniziert man richtig mit Schizophrenen?</span></strong></p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Wie geht man mit ihnen um?</span></strong></p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Sind Schizophrene wirklich gefährlich für uns?</span></strong></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">All´ diese und weitere Fragen und Berührungsängste bestärkten mich darin, zu Beginn meiner beruflichen Selbständigkeit als Rechtliche Berufsbetreuerin<sup><a id="anker5" title="Zur Erläuterung" href="#fn5">[5]</a></sup></span> im Jahr 2009 freiwillig in einer Psychiatrischen Klinik einige Wochen zu hospitieren. Diese Entscheidung war für mich auch sehr wichtig vor dem Hintergrund, dass ich an Psychose und/oder schizophrene erkrankte Klienten hatte, die ich im Falle<em> akuter Selbst- oder Fremdgefährdung</em> in einem Psychiatrischen Fachkrankenhaus &#8211; auch mit  Krankenwagen- und Polizeieinsatz unterbringen durfte. Zur Regelung und Realisierung solcher Einsätze waren auch sehr kurzfristig eingeforderter und erhaltener richterlicher Gerichtsbeschluss oder die Bezugnahme des sog. Psychisch-Kranken-Gesetze (PsychKG) obligatorisch. Zu meinen Aufgaben gehörte unter anderem die Entscheidung über freiheitsentziehende Maßnahmen und deren Kontrolle gem. § 1906 Abs. 4 BGB.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Als Rechtliche Berufsbetreuerin, gem. § 1896 ff BGB, wurde ich von drei Amtsgerichten per richterlichem Gerichtsbeschluss bestellt. Ich vertrat meine volljährige Klientel gerichtlich und außergerichtlich. </span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Meine wochenlange Hospitation in der geschützten Station einer Psychiatrischen Klinik als Rechtliche Berufsbetreuerin und meine fünfjährige Berufserfahrung mit der Gruppe der schizophrenen Klientel ließen meine Vorurteile und Berührungsängste minimieren. </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Mit meinem vorliegenden Artikel möchte ich das öffentliche und überwiegend mit Vorurteilen behaftete Bild über die Schizophrenen in der Gesellschaft korrigieren. Des Weiteren interessiert es mich, ob Kreativität, Hochbegabung und Genialität mit Schizophrenie korreliert. Damit bei meinem vorliegenden Artikel das Thema der Schizophrenie nicht nur bei theoretischen Erklärungen in der Literatur bleibt, habe ich aktuell persönlich ein Fachgespräch mit einem Facharzt für Psychiatrie und Psychoanalyse geführt. Darin beantwortete er mir &#8211; vor allem auch mit Praxisbezug &#8211; meine noch offen stehenden medizinischen Fragen zum Thema.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Ich fühle mich und meine Arbeiten von ihm sehr wertgeschätzt.</span></p>
<p style="text-align: left;" align="left"><strong><span style="font-family: roboto, verdana, arial, helvetica; font-size: 16px; color: #008000;">Ich danke <em>Ihnen</em> vielmals für Ihre wertvollen Antworten, die ich mit <em>Ihrer</em> <em>ausdrücklichen Erlaubnis</em> und Ihrem Wunsch entsprechend anonym veröffentliche.</span></strong></p>
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<a href="http://www.interkulturellhochbegabte.de/wp-content/uploads/Photographer-Oscar-Picazo_1.png" class="grouped_elements" rel="tc-fancybox-group29311"><img src="http://www.interkulturellhochbegabte.de/wp-content/uploads/Photographer-Oscar-Picazo_1.png" alt="Photographer Oscar Picazo_1" width="913" height="998" class="aligncenter size-full wp-image-29313" /></a><br />
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<p align="center"><span style="font-size: 32pt; font-family: Tahoma, Arial, Helvetica, sans-serif;"><strong>Fachgespräch </strong></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><span style="font-size: 32pt; font-family: Tahoma, Arial, Helvetica, sans-serif;"><strong>mit einem Facharzt für Psychiatrie und Psychoanalyse</strong></span></p>
<p>&nbsp;<br />
&nbsp;<br />
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<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Rund ein Prozent der Bevölkerung entwickelt im Laufe des Lebens eine Schizophrenie. Sie ist nicht heilbar, jedoch medikamentös zu behandeln. Während meiner monatelangen Recherche las ich unter anderem sinngemäß folgende Informationen: &#8222;Bei der Entstehung einer Schizophrenie spielt die dafür günstige genetische Veranlagung eine erhebliche Rolle. Genetische Faktoren allein reichen jedoch nicht aus, damit eine Erkrankung ausbricht. Zu den weiteren Faktoren gehören leichte Hirnstrukturanomalien (Veränderung bestimmter Hirnstrukturen), vorangegangene Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen, die zu einer Entwicklungsbeeinträchtigung und damit zu begrenzten Bewältigungsmöglichkeiten des Individuums führen. Das Gehirn befindet sich in einer bestimmten Phase der Erkrankung in einer Art Stresssituation. Die ständig eingehenden optischen und akustischen Umweltinformationen sind dann zu viel. Es schaltet praktisch einen Filter ein, der die Bedeutung des Wahrgenommenen verschiebt. Die Wahrnehmung wird `ver-rückt´. Man kann auch sagen, dass der Informationsfilter des gesunden Unterbewusstseins wegfällt. Es ist ein Phänomen und muss ganz tief in unserer Gehirnfunktion verankert sein. Diese Gehirnregionen, die uns unter normalen Bedingungen von den verschiedensten für uns zweitrangigen Informationen abschotten, so dass wir uns zum Beispiel auf einen Sachverhalt konzentrieren können &#8211; sie funktionieren bei Schizophrenen nicht mehr richtig.</span></p>
<p>&nbsp;<br />
&nbsp;</p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: Gibt es aus Ihrer Sicht neben den bisher bekannten Ursachen auch andere Ursachen für die Entstehung von Schizophrenie?</span></strong></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><strong><span style="color: #0000ff;">Der Facharzt für Psychiatrie und Psychoanalyse:</span></strong> Bei den mir bekannten Kranken in der Psychiatrischen Klinik gab es immer auch eine traumatische Vorgeschichte. In der Psychoanalyse ist Schizophrenie auch Folge einer Regression auf eine entwicklungspsychologisch früheste Ebene von Ich- und Welt-Erleben, wo Verfolgung und Vernichtungsangst quasi „normal“ sind. Alle Menschen durchlaufen solche Formen des Erlebens, es bleiben bei gelingender elterlicher Versorgung keine Schäden zurück.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: Gibt es Studien oder Praxisbeispiele, die belegen, dass sehr intelligente und/oder sehr sensible Menschen eher an Schizophrenie erkranken?</span></strong></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><strong><span style="color: #0000ff;">Der Facharzt für Psychiatrie und Psychoanalyse:</span></strong> Das ist mir nicht bekannt. In meiner Berufserfahrung habe ich „sensible“ und „nicht-sensible“ Kranke kennengelernt. Diese Attribute beziehen sich aber nur auf den äußeren Eindruck, ich hatte nicht die Gelegenheit, diese Personen tiefer gehend persönlich kennenzulernen. Ich vermute aber, dass es tatsächlich einer gewissen Vulnerabilität <em>(Verwundbarkeit, Verletzlichkeit)</em> bedarf, die auch positive Seiten hat: eben eine höhere Sensibilität und Kreativität. Siehe bspw. die Arbeiten von Poliakov über die reichere Assoziation bei bestimmten Wortassoziationstests bei Schizophrenen und Künstlern im Vergleich zum Normalmenschen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: Çiğdem Gül: Bedeutet Schizophrenie <em>gespaltene Persönlichkeit</em> oder <em>Zusammenbruch der Persönlichkeit</em>?<br />
Falls gespaltene Persönlichkeit: Wie viel ist von der Gesamtpersönlichkeit in beiden Persönlichkeiten abgebildet? Gibt es einen gemeinsamen Kern der beiden Persönlichkeiten des Schizophrenen? Wenn ja, wie groß ist der gemeinsame Kern der beiden Persönlichkeiten?</span></strong></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><strong><span style="color: #0000ff;">Der Facharzt für Psychiatrie und Psychoanalyse:</span></strong> Nein, nur in schweren Fällen. Es gibt viele Menschen, die neben dem kranken Persönlichkeitsanteil eine sehr gesunde und luzid denkende Persönlichkeit besitzen. Nur in sehr schweren Fällen kommt es tatsächlich zu einer weitgehenden Zerstörung der Persönlichkeit. Psychoanalytisch sind es abgespaltene Teile der eigenen Persönlichkeit, die die ursprüngliche Persönlichkeit überschwemmen. Das Fremde ist also nicht vollkommen fremd.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: Wissen Schizophrene, dass sie schizophren sind?</span></strong></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><strong><span style="color: #0000ff;">Der Facharzt für Psychiatrie und Psychoanalyse:</span></strong> Viele Patienten besitzen „Krankheitseinsicht“, für viele ist ein wesentlicher Teil der Behandlung, diese zu entwickeln. Andere erlangen sie nicht.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: Der Schizophrene lebt mit mindestens zwei Realitäten. Er nimmt seine momentane Realität als die einzige Realität authentisch wahr. Wenn Schizophrene in zwei sich real anfühlenden Realitäten leben: Sind sie sich dessen bewusst?</span></strong></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><span style="color: #0000ff;"><strong>Der Facharzt für Psychiatrie und Psychoanalyse:</strong></span> Manche ja, manche tauchen ganz und gar in die Wahnwelt ab.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: Wenn Schizophrene zwischen mindestens zwei Realitäten leben und diese nicht unterscheiden sollten: Wie sollen sie zwischen Traum und Realität unterscheiden?</span></strong></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><strong><span style="color: #0000ff;">Der Facharzt für Psychiatrie und Psychoanalyse:</span> </strong>Manche können es nicht. Das hat oft mit der Intensität der archaischen Vernichtungsängste zu tun. Je weniger der Schizophrene Angst hat, desto besser funktioniert die Realitätsprüfung.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: Können Schizophrene Vertrautes plötzlich als unvertraut erleben. Wenn ja, warum?</span></strong></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><span style="color: #0000ff;"><strong>Der Facharzt für Psychiatrie und Psychoanalyse:</strong></span> Schizophrene können Vertrautes plötzlich als unvertraut erleben. Dies hängt mit der eingangs erwähnten Regression zusammen, wo im Erleben die Welt noch einmal ganz fremd und bedrohlich erscheint, weil der Mensch sich wie quasi gerade geboren fühlt und alles vollkommen unbekannt und unheimlich ist.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: Schizophrene haben ein verändertes Realitätserleben. Warum <em>sehen</em> Schizophrene UFOs, Geheimdienste, gefährliche Strahlen, Außerirdische etc., und nicht Ente, Pfanne oder rosa Elefanten?</span></strong></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><span style="color: #0000ff;"><strong>Der Facharzt für Psychiatrie und Psychoanalyse:</strong></span> Der schizophrene Mensch erlebt eine „unheimliche“ Bedrohung, die aus inneren Quellen stammt und die er nach außen projiziert, um sich auf diese Weise vor ihnen schützen oder sie offensiv bekämpfen zu können. Das Angsterregende besitzt die Qualität einer ebenfalls „ungeheuren“ Fremdheit, für die der Betroffene aus Realität und in der Phantasie passende Bilder sucht. Rosa Elefanten und Pfannen sind zu irdisch, zu normal, zu harmlos. UFOs, Geheimdienste, gefährliche Strahlen etc. dagegen verkörpern viel besser das Unheimliche und das Ungeheure, dass im Inneren dieses Menschen entbunden ist. Je grässlicher das Angstobjekt, desto grässlicher die erlebte Angst.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: Schizophrene und an Psychose leidende Menschen haben Halluzinationen in Form von Stimmenhören. Das sind dialogische, kommentierende und befehlende Stimmen. Bei gleichzeitig gehörten mehreren Stimmen, sind diese Stimmen in Dialog, Diskussion oder sogar in Streitgespräch miteinander. </span></strong></p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Meine damaligen betroffenen Klienten teilten mir damals mit, dass die Stimme in ihrem Kopf dahingehend wechselte, dass entweder eine Frauenstimme oder eine Männerstimme oder die Stimme eines Kindes oder alle gleichzeitig zu ihnen sprachen und teilweise in imperativer Form. </span></strong></p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Meine betroffenen Klienten mit Migrationshintergrund gaben mir die Rückmeldung, dass sie akustische Halluzination in einer Sprache hören, die sie auch verstehen konnten. Ein schizophrener Migrant, der in Deutschland lebt, aber kein Deutsch versteht, hört also akustische Halluzination nicht auf Deutsch, sondern in seiner Muttersprache. </span></strong></p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Mich interessiert es, ob bilinguale Schizophrene dialogische, kommentierende und befehlende Stimmen auch abwechselnd in verschiedenen Sprachen hören können.</span></strong></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><strong><span style="color: #0000ff;">Der Facharzt für Psychiatrie und Psychoanalyse:</span></strong> Das kann ich Ihnen leider nicht sagen. Darüber weiß ich nichts. Es wird sicherlich Literatur dazu geben.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: Ich hatte als selbständige Rechtliche Berufsbetreuerin bei schizophrenen Klienten ihre jeweilige Realität nicht als Krankheit betrachtet, sondern als einen Teil von Ihnen, die ich in meine Gespräche mit einbezog. Ich zeigte ehrlich und authentisch Interesse an der momentanen jeweiligen Realität des Betroffenen, einschließlich der sie begleitende Gefühle. Schizophrene hören Stimmen, die andere nicht hören können, unter anderem ihnen befehlende Stimmen. Wenn ich im Gespräch die Signale wahrnahm, dass meine Klienten gerade Stimmen im Kopf hörten, fragte ich sie: &#8222;Hören Sie gerade wieder Stimmen? Ich kann diese Stimmen nicht hören, aber ich glaube Ihnen, dass Sie diese Stimmen hören können. Erzählen Sie mir bitte darüber. Was genau sagen Ihnen diese Stimmen?&#8220;</span></strong></p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Warum gibt es imperative Stimmen? Warum befehlen imperative Stimmen im Kopf des Schizophrenen, dass er sich oder jemand anderen umbringen soll?</span></strong></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><span style="color: #0000ff;"><strong>Der Facharzt für Psychiatrie und Psychoanalyse:</strong></span> In den imperativen Stimmen bildet sich das ab, was der Gründer der Psychoanalyse Sigmund Freud da “Über-Ich“ nannte, jenen „Stufe im Ich“, die es ermöglicht, mit sich selbst in ein Verhältnis zu treten. Das Über-Ich bildet sich früher als Freud dachte und ist umso strenger, je traumatischer die frühen Kindheitserfahrungen sind. Es ist denkbar, dass es bei maximaler Strenge des Über-Ich und genetischer Disposition zu Halluzinationen kommt (Stimmenhören ist weiter verbreitet als Schizophrenie). Die tödliche Botschaft bestimmter Stimmen geht meines Erachtens zurück auf die Wahrnehmung des Kranken, nicht erwünscht zu sein und deshalb unter seiner bloßen Existenz in sehr quälender Form schuldhaft zu leiden. In Identifikation mit der Umwelt, die ihn nicht haben wollte/ von der er sich nicht erwünscht fühlt (kann auch eine falsche Überzeugung sein), befiehlt der Mensch sich, sich zu töten. Dieser autodestruktive Impuls kann auch nach außen projiziert werden.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><span style="font-family: roboto, verdana, arial, helvetica;"><b> Çiğdem Gül: Schizophrene haben oft Sehnsuchtsthemen. Zum Beispiel: &#8222;Ich werde vom Marsmenschen abgeholt, der mir helfen wird!&#8220; und Abhörrängste. Sie vermuten, dass jemand sie ständig abhört. Schizophrene vermuten die Verfolgung der eigenen Person.</b></span></span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><span style="color: #0000ff;"><strong>Der Facharzt für Psychiatrie und Psychoanalyse:</strong></span> Ein schizophrener Mensch sehnt sich in seiner ungeheuren Angst natürlich immens nach Schutz und Trost. Er sucht daher wie besessen nach allem, was Sicherheit zu vermitteln scheint, ohne dass es ihm wirklich helfen kann. Damit ist er, wie mit den „Gründen“ und „Objekten“ seiner Angst, ständig beschäftigt. Sein Wahn ist in gewisser Weise schon der halbe Weg zur Heilung, weil er überhaupt „etwas“ hat, das seine Gefühle „containt“ (aufnimmt und beherbergt) und das ihm, wenn auch nur quasi imaginäre Handlungsmöglichkeiten gibt. Dieses „Etwas“ verleiht ihm quasi korrespondierend ein kohärentes Selbst (= Erleben eigener Gestalthaftigkeit und Geschlossenheit), sozusagen als eine „Identitätprothese“. Die Kohärenz ist aber durch die Angst ständig bedroht, die zeigt sich an den sog. „Ich-Störungen“, dem Erleben von Abgehört-werden, Bestrahlt-werden, Gedankenentzug und Gedankeneingebung. Ohne eine nachhaltige Angstmilderung &#8211; hier sind bspw. Medikamente in fast allen Fällen unverzichtbar &#8211; aber bleibt er auf halbem Wege stecken.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: Es gibt auch Schizophrene, die in die Identifikation mit einem Objekt oder Person gehen&#8230; z. B. &#8222;Ich bin Jesus!&#8220;</span></strong></p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Während meiner Tätigkeit als Rechtliche Berufsbetreuerin erzählte mir ein Kollege seine folgende Anekdote: <em>&#8222;Ich schaltete mich für einen muslimischen Klienten auch als Rechtsanwalt ein. Am Tag seines Gerichtstermins saß ich mit ihm im Gerichtssaal. Der Richter redete und redete&#8230; und ich hörte ihm aufmerksam zu&#8230; bis wir alle plötzlich feststellten, dass mein Klient nicht mehr auf seinem Platz saß, sondern mitten im Saal auf dem Boden. Er hatte tatsächlich seinen Gebetsteppich auf dem Boden ausgebreitet und fing an, auf Arabisch zu beten. Sein religiöser Wahn ging soweit, dass er auch draußen beim Überqueren der Straße plötzlich seinen Gebetsteppich auf dem Boden ausbreitete und zu Beten begann, während ich erzählend ahnungslos weiterging, weil ich davon ausging, dass er neben mir auch die Straße überquerte&#8230;&#8220; </em></span></strong></p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Würden Sie mir bitte erklären, warum und wie ein religiöser Wahn entsteht?</span></strong></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><strong><span style="color: #0000ff;">Der Facharzt für Psychiatrie und Psychoanalyse:</span></strong> Religiöser Wahn kommt zumeist in der wahnhaften Depression als Hauptkategorie vor, wo der Kranke die <em>arme sündige Kreatur</em> ist. In der Schizophrenie oder schizoaffektiven Psychose als Übergangsform zwischen beiden, ist es nicht selten so, dass der Kranke den Gottespol einnimmt, sich also selbst als Erlöser fühlt. Beides lässt sich psychoanalytisch erklären, indem man annimmt, dass jeder Mensch in frühester Kindheit phasenweise Momente hat, wo er den anderen Menschen als Gott und sich als erbärmliche Kreatur fühlt, die auf die Erlösung und Auserwählung durch den Gott hofft. Dass ist sozusagen das innere Erleben des Säuglings dessen, was von außen als mütterlich/elterliche Zuwendung zu beobachten ist. Wenn in dieser Zeit etwas falsch gelaufen ist, bilden sich sog. <em>Fixierungen</em>, d. h. Gefühle großer Mächtigkeit, die sich nicht weiterentwickeln und <em>normalisieren</em> konnten, sozusagen zu <em>weltlichen</em> Gefühlen weiterreifen konnten, sondern, die mit der archaischen religiösen Wucht weiterbestehen und zunächst nur verdrängt werden können. Wenn dann im Erwachsenenalter etwas passiert, was unbewusst an diese Fixierungsstellen rührt, bspw. eine schwere Ohnmachtserfahrung, oder auch eine drogenbedingte Schwächung der seelischen Abwehr, dann können diese religiösen Erlebnisformen plötzlich wieder in das Bewusstsein des Betroffenen einbrechen und dort zu einer wahnhaften Verzerrung der Realität führen. Das ist aber nicht automatisch bei jedem der Fall. Ob es diesen Weg nimmt, hängt wahrscheinlich eben von der genetischen Disposition ab. Es gibt auch Menschen, die gegenüber solchen Bedrohungen äußerst robust sind. Das bedeutet auch nicht zwangsläufig, dass die weniger sensibel sind. Menschen sind eben sehr vielfältig in ihrer Disposition, Begabungen, ihren Resilienzen und Vulnerabilitäten. </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: Welche Krankheitsverläufe gibt es?</span></strong></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><span style="color: #0000ff;"><strong>Der Facharzt für Psychiatrie und Psychoanalyse:</strong></span> Die Krankheitsverläufe sind vielfältig. Von Einzelepisode bis schwere destruktiven Verläufen ist alles beobachtet worden. Bei schwererer Symptomatik gibt es bei Schizophrenen oft unaufhaltsame allmähliche Verschlechterung.</span></p>
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<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Çiğdem Gül: Welche Besonderheit haben intelligente oder hochbegabte Schizophrene, außer ihrer Begabung?</span></strong></p>
<p align="left"><span style="color: #0000ff;"><strong>Der Facharzt für Psychiatrie und Psychoanalyse:</strong></span> Intelligente Schizophrene können oft sehr gut Auskunft geben über die inneren Zusammenhänge zwischen Wahn und Angst, früher Traumatisierung und der Dynamik der innenseelischen Kräfte. Bei ihnen findet sich ein ausgeprägter Sinn und oft erstaunliche Luzidität für das Unbewusste, wie er beim Normalmenschen meist nicht zu finden ist. Sie sind Spezialisten der <em>Inneren Erfahrung</em> im Gegensatz zum <em>Normalen</em>, der meist mit den Dingen der Welt beschäftigt ist.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: Wie begegnen und erleben sich Schizophrene &#8211; auch interkulturell – untereinander?</span></strong></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><span style="color: #0000ff;"><strong>Der Facharzt für Psychiatrie und Psychoanalyse:</strong></span> Begegnungen unter akut schizophrenen Menschen gibt es eigentlich nicht, sie sind in ihrer Welt. Ich vermute, dass das kulturell und religiös Trennende auch hier überwiegt, dass also auch Grund der Erkrankung nicht plötzlich einen Ähnlichkeit untereinander festgestellt wird, wie bspw. beim Hören von Musik, wo diese Grenzen sich schnell verlieren können.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: Gibt es blinde oder taubstumme Schizophrene? Wenn ja, wie erleben sie ihre Erkrankung und wie verhalten sie sich in der Außenwelt?</span></strong></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><strong><span style="color: #0000ff;">Der Facharzt für Psychiatrie und Psychoanalyse:</span></strong> Darüber weiß ich leider nichts. Auch hier gibt es sicherlich Fachliteratur.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: Worunter leiden nach Ihrer Ansicht die Schizophrenen am meisten?</span></strong></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><strong><span style="color: #0000ff;">Der Facharzt für Psychiatrie und Psychoanalyse:</span></strong> Schizophrene leiden im Schub an den Qualen der Angst, danach oft schwere Depression, bei Chronifizierung ist sicher die Einsamkeit zu nennen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: Was sind die Folgen der Schizophrenen Erkrankung?</span></strong></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><span style="color: #0000ff;"><strong>Der Facharzt für Psychiatrie und Psychoanalyse:</strong></span> Soziale Beeinträchtigungen infolge von Antriebslosigkeit. Die Krankheit führt zur Prestige- Einbuße und verhindert private und berufliche Chancen und zieht soziale Isolation nach sich.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: Muss man vor Schizophrenen Angst haben?</span></strong></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><strong><span style="color: #0000ff;">Der Facharzt für Psychiatrie und Psychoanalyse:</span></strong> Nein. In Einzelfällen kann die Schizophrenie die Gewaltneigung erhöhen, vor allem wenn Drogen oder Alkohol im Spiel sind. Aber die meisten Straftaten werden nicht von Betroffenen begangen und die meisten schizophrenen Patienten sind keine Straftäter. Insbesondere ein gut behandelter Patient stellt keine Gefahr für andere dar.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: In der Gesellschaft scheut man sich, mit einem Schizophrene eine Partnerschaft einzugehen, weil man glaubt, dass Schizophrene zu Liebe, Leidenschaft und Partnerschaft nicht fähig seien. Das mag auf der einen Seite wahr sein, aber auf der anderen Seite ist zu berücksichtigen, dass Liebe und Leidenschaft ein großer Teil des schizophrenen Lebens ausmacht.</span></strong></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><span style="color: #0000ff;"><strong>Der Facharzt für Psychiatrie und Psychoanalyse:</strong></span> Den meisten Menschen machen Schizophrene Angst. Sie suchen aber selbst Sicherheit in einer Beziehung. Wenn man sich seiner selbst sicher genug ist, kann man auch mit einem schizophrenen Menschen Liebesbeziehung führen. Habe ich während der Zeit meiner Tätigkeit in der Psychiatrischen Klinik mehrfach erlebt. </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: Welche Folgen hat ein Kind in seiner Entwicklung zu tragen, das bei einer schizophrenen Mutter aufwächst?</span></strong></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><strong><span style="color: #0000ff;">Der Facharzt für Psychiatrie und Psychoanalyse:</span></strong> Ein Kind, das bei einer schizophrenen Mutter aufwächst, hat meist schwerwiegende seelische Beeinträchtigungen zu tragen, die zumindest die allgemeine Leistungsfähigkeit betreffen. Aber auch hier gilt: Es gibt nicht wenige, die an solch schwierigen Eltern gewachsen und über sich hinausgewachsen sind. Dies hat mit Begabung, mit Ersatzpersonen, mit Zufällen und eigenen Entscheidungen des Betroffenen zu tun.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: Ich danke Ihnen vielmals für das Gespräch, für Ihre wertvollen Antworten und für Ihre große Unterstützung, mit unserem Beitrag das öffentliche und überwiegend mit Vorurteilen behaftete Bild über die Schizophrenen in der Gesellschaft zu korrigieren und richtigzustellen.</span></strong></p>
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<p align="left"><span style="font-size: 24pt; font-family: Tahoma, Arial, Helvetica, sans-serif;"><strong>Schlussbetrachtung</strong></span></p>
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<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Schizophrene sind keine Monster. Die schwere psychische Erkrankung Schizophrenie hätte fast jeden von uns treffen können. Daher sind Unverständnis und Überheblichkeit mancher vermeintlich Gesunden den Betroffenen gegenüber fehl am Platz. Ich möchte Dich dazu einladen, Dein bisheriges Bild über die Schizophrenen zu überdenken, und schizophrene Menschen mit evtl. vorhandenen Vorurteilen, Ausgrenzung etc. nicht zusätzlich zu belasten. Dein Umgang mit ihnen sollte von Respekt und Wertschätzung geprägt sein. Mir ist bewusst, dass es für Angehörige von Betroffenen sehr schwierig ist, den richtigen Umgang zu finden, weil das Thema eine gesamte Familie und Umfeld sehr belasten und einschränken kann. </span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">In der Gesellschaft gibt es die vorherrschende Meinung, dass Schizophrene nur wirres Zeug reden würden. Auf dem ersten Blick stimmt es auch. Man sollte jedoch Schizophrene genau beobachten. Auf dem zweiten Blick oder bei näherem Kontakt stellt man häufig fest, dass man von einem begabten, hochbegabten und höchstbegabten Schizophrenen auch viel lernen kann, weil er auch sehr wichtige Wahrheiten ausspricht. In manchen gesellschaftskritischen z. B. amerikanischen Filmen werden an solchen Szenen und Dialogen nicht gespart. Der hochbegabte Nobelpreisträger und Mathematiker John Nash ist ein schönes Beispiel dafür.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><strong>Ein Vorurteil der Mehrheitsgesellschaft ist es, dass Schizophrene eine Gefahr und Bedrohung für die Gesellschaft seien. Fakt ist, dass die Mehrheitsgesellschaft eine Gefahr für die Schizophrenen ist.</strong> Weltweit werden Kriminalität und Morde fast nur von den vermeintlich Gesunden oder Nicht-Schizophrenen begangen. Entgegen allen Vorurteilen werden schizophrene Patienten selten gewalttätig &#8211; allenfalls, wenn sie gleichzeitig drogenabhängig sind, ergaben Studien.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Ich erlebte privat und während meiner fünfjährigen selbständigen Tätigkeit als Rechtliche Berufsbetreuerin für drei Amtsgerichte die Gruppe meiner schizophrenen Klientel als sehr sensible Menschen. Unser respektvoller, achtsamer, wertschätzender und integrativer Umgang mit ihnen ist von großer Bedeutung. Das größte Hindernis, Schizophrene in der Gesellschaft zu integrieren, sind wir die einzelnen Mitglieder der Gesellschaft selbst.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Insbesondere auf <em>Kollektiv</em> basierende Kulturen und Gesellschaften wird das Image der Einzelnen und das einer Familie sehr großgeschrieben, daher wird gerne von Normalos die Doppelmoral mit großer Leidenschaft ausgelebt. In solchen Kulturen sind Schizophrene doppelt bestraft, weil die Erkrankung nicht nur für den Betroffenen selbst, sondern für die gesamte große Familie ein immens großer Gesichtsverlust bedeutet. Mir sind Fälle bekannt, bei denen solche Familien mit aller Kraft kollektiv versuchen, die Schizophrenie des Familienangehörigen den Außenstehenden zu verheimlichen oder zu verschleiern. Es geht soweit, dass z. B. eine mir bekannte türkische Familie sogar einem ahnungslosen Mädchen ihren an Schizophrenie erkrankten Sohn verkuppelte, seine Erkrankung ihr bis zur ihrer Eheschließung arglistig kollektiv verschwieg. </span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><strong>Für die Gruppe der begabten, hochbegabten und höchstbegabten Schizophrenen</strong>, denen bewusst ist, dass sie mit mindestens zwei Realitäten, mit akustischer und visueller Halluzination, in wiederkehrende Angst und Wahn leben müssen, <strong>fühlt sich die Schizophrenie an wie ein seelischer Untergang.</strong> Die gute Nachricht ist, dass langfristig mit medikamentöser Behandlung diese Erkrankung gut in den Griff zu bekommen ist.</span></p>
<p>&nbsp;<br />
&nbsp;</p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><strong>Kann man eine Karriere als Professorin machen und gleichzeitig an Schizophrenie erkrankt sein?</strong> Elyn Saks kann. Und nicht nur das: Sie hat einen Bestseller über ihre Erfahrungen geschrieben und ein Institut für Ethik in der Psychiatrie gegründet.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Siehe den folgenden Artikel von Astrid Viciano bei Zeit Online</span></p>
<p><span style="font-family: roboto, verdana, arial, helvetica; font-size: 16px; color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://www.zeit.de/zeit-wissen/2013/03/schizophrenie-elyn-saks">https://www.zeit.de/zeit-wissen/2013/03/schizophrenie-elyn-saks</a></span></p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto, verdana, arial, helvetica; font-size: 16px; color: #008000;">Ich möchte unseren weltweit begabten, hochbegabten und höchstbegabten Mitgliedern und Besuchern, die an Schizophrenie oder an einer anderen Form der Psychose erkrankt sind, folgendes sagen:</span></strong></p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto, verdana, arial, helvetica; font-size: 16px; color: #008000;">&#8222;Du bist bei uns herzlich willkommen!</span></strong></p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto, verdana, arial, helvetica; font-size: 16px; color: #008000;">Mein Team des `Intercultural Network For The Highly Gifted´ und ich möchten dich dazu einladen, in unserer</span></strong> <span style="text-decoration: underline;"><span style="font-family: roboto, verdana, arial, helvetica; font-size: 16px; color: #008000;"><span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff; text-decoration: underline;" href="https://www.facebook.com/interkulturellhochbegabte/">gleichnamigen Facebook- Community</a></span></span></span><strong><span style="font-family: roboto, verdana, arial, helvetica; font-size: 16px; color: #008000;"> mit aktiver Teilnahme an den Dialogen und mit eigenen Beiträgen, uns deine Welt und innere Welt selbst vorzustellen.&#8220;</span></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Herzlichst in Freude und Interesse, wo immer du gerade bist.</span></p>
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<a href="http://www.interkulturellhochbegabte.de/wp-content/uploads/cigdem-gül_.jpg" class="grouped_elements" rel="tc-fancybox-group29311"><img src="http://www.interkulturellhochbegabte.de/wp-content/uploads/cigdem-gül_-796x1024.jpg" alt="cigdem gül_" width="796" height="1024" class="aligncenter size-large wp-image-39494" /></a><br />
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<p align="center"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Gründerin des weltweiten &#8222;Intercultural Network For The Highly Gifted&#8220; </span></p>
<p align="center"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Diplom-Ökonomin</span></p>
<p align="center"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Change Management Consultant</span></p>
<p align="center"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Business Coach für Veränderungsprozesse im Unternehmen </span></p>
<p align="center"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Publizistin, Journalistin, Netzwerkerin</span></p>
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<p align="left"><span style="font-family: roboto, verdana, arial, helvetica; font-size: 16px;"> 2. Bild: © Mit freundlicher Genehmigung von Oscar Picazo (Las Vegas/USA) &#8211; Picture: © Courtesy of photographer Oscar Picazo (Las Vegas / U.S.)</span></p>
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&nbsp;</p>
<p align="left"><span style="font-size: 18pt;"><strong><span style="font-family: roboto, verdana, arial, helvetica;">Fußnoten</span></strong></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: left;" align="center"><span style="color: #333333;"><a style="color: #333333;" href="#anker1">[1]</a> </span><strong>Margaret Gibson</strong> (* 1948 in Toronto, Ontario, Kanada; † 2006, ebenda): Schizophrene Schriftstellerin. Siehe auch ihr Buch „The Butterfly Ward“ („Die Station der Schmetterlinge“)</p>
<p style="text-align: left;" align="center"><span style="color: #333333;"><a style="color: #333333;" href="#anker2">[2]</a> </span><strong>Sylvia Plath</strong> (* 27. Oktober 1932 in USA; † 11. Februar 1963) war eine amerikanische Schriftstellerin.</p>
<p style="text-align: left;" align="center"><span style="color: #333333;"><a style="color: #333333;" href="#anker3">[3]</a> </span><strong>Dr. Eugen Bleuler</strong> (1857 – 1939): Die Prognose der dementia praecox (Schizophreniegruppe). In: Allgemeine Zeitschrift für Psychiatrie. 1908, S. 436–464.</p>
<p style="text-align: left;" align="center"><span style="color: #333333;"><a style="color: #333333;" href="#anker4">[4]</a> </span><strong>Dr. Kurt Schneider</strong> (1887 – 1967): gilt als einer der wichtigsten, auch international bedeutenden deutschen Forscher im Bereich der Psychopathologie.</p>
<p style="text-align: left;" align="center"><span style="color: #333333;"><a style="color: #333333;" href="#anker5">[5]</a> </span><strong>Rechtliche Berufsbetreuung</strong>: Siehe Definition bei Wikipedia</p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><span style="font-size: 18pt;"><strong><span style="font-family: roboto, verdana, arial, helvetica;">Weiterführende Literatur</span></strong></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">K. Dörner, U. Plog, c. Teller, F. Wendt: <strong>&#8222;Irren ist menschlich&#8220;</strong> &#8211; Lehrbuch der Psychiatrie und Psychotherapie, Psychiatrie-Verlag, 2010</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">H. Green: <strong>&#8222;Ich hab Dir nie den Rosengarten versprochen&#8220;</strong>, Reinbek bei Hamburg (Rowohlt), 2004</span></p>
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<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.interkulturellhochbegabte.de/begabt-hochbegabt-schizophren-der-seelische-untergang-2/">begabt hochbegabt schizophren: Der seelische Untergang?</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.interkulturellhochbegabte.de">Intercultural Network For The Highly Gifted</a>.</p>
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		<title>ANDREA BRACKMANN: Expertin, Psychologin &amp; Bestseller-Autorin im Interview</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Oct 2022 22:52:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Cigdem Guel]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>&#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; Andrea Brackmann: &#8222;Ich finde die interkulturellen Aspekte von Hochbegabung sehr wichtig. Viele bekannte Genies haben sich theoretisch und auch sehr konkret für die Gleichberechtigung von Nationalitäten, Völkern und Kulturen eingesetzt. [&#8230;] Die Philosophin Hannah Arendt oder Albert Einstein engagierten sich intensiv für Flüchtlinge [&#8230;]</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.interkulturellhochbegabte.de/wp-content/uploads/Andrea-Brackmann_1.jpg" class="grouped_elements" rel="tc-fancybox-group24543"><img class=" size-full wp-image-24525 alignright" src="http://www.interkulturellhochbegabte.de/wp-content/uploads/Andrea-Brackmann_1.jpg" alt="Andrea Brackmann_1" width="625" height="938" /></a><br />
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<p align="left"><strong><span style="font-family: Tahoma, Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 22pt;">Andrea Brackmann: <span style="color: #b85e32;">&#8222;Ich finde die interkulturellen Aspekte von Hochbegabung sehr wichtig. </span></span></strong></p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: Tahoma, Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 22pt;"><span style="color: #b85e32;">Viele bekannte Genies haben sich theoretisch und auch sehr konkret für die Gleichberechtigung von Nationalitäten, Völkern und Kulturen eingesetzt. [&#8230;] Die Philosophin Hannah Arendt oder Albert Einstein engagierten sich intensiv für Flüchtlinge aus aller Welt. Martin Luther King, der intellektuell höchstbegabt war, erreichte Bahnbrechendes im Kampf für die Bürgerrechte der Schwarzen.&#8220;</span></span></strong></p>
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<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><span style="font-family: Tahoma, Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 18pt; color: #0bbaba;"><strong>Andrea Brackmann</strong></span>, 1964 in Stuttgart/Deutschland geboren, ist im deutschsprachigen Raum einer der führenden ExpertInnen zum Thema Hochbegabung und Höchstbegabung, viel zitierte Bestseller-Autorin, Diplom-Psychologin, von 1992 bis 2008 Psychotherapeutin mit dem Schwerpunkt Hochbegabung bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, spät erkannten und noch nicht erkannten Hochbegabten in Frankfurt am Main.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Seit 2009 erleidet Frau Brackmann mehrfach eine schwere Erkrankung, sodass sie folglich ihren Beruf als Psychotherapeutin nicht mehr praktizieren kann. Seit vielen Jahren von der Öffentlichkeit sehr zurückgezogen, befasst sich sie sich jedoch weiterhin intensiv mit aktueller Hochbegabungsforschung. Ihr neues Buch „Extrem begabt: Die Persönlichkeitsstruktur von Höchstbegabten und Genies“ ist ab heute im Handel erhältlich.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Nach 10 Jahren gibt Frau Andrea Brackmann heute ihr erstes Interview. Warum das Gespräch für Çiğdem Gül auch persönlich sehr viel bedeutet, wie Frau Brackmann als Privatperson ist und, was sie über die Erweiterung des Themas Hochbegabung und Höchstbegabung um den interkulturellen Kontext denkt, erfährst Du und erfahren Sie erstmals in diesem Interview.</span></p>
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<a href="http://www.interkulturellhochbegabte.de/wp-content/uploads/cigdem-gül_0.jpg.png" class="grouped_elements" rel="tc-fancybox-group24543"><img src="http://www.interkulturellhochbegabte.de/wp-content/uploads/cigdem-gül_0.jpg-327x400.png" alt="cigdem gül_0.jpg" width="227" height="300" class="alignright size-medium wp-image-39498" /></a><br />
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<p align="right"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Das Interview führte Çiğdem Gül </span></strong></p>
<p align="right"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">25. April 2020</span></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: left;" align="right"><span style="font-family: Tahoma, Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 24pt;"><strong>INTERVIEW </strong></span></p>
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<strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: Frau Brackmann, ich freue mich sehr, dass Sie trotz Ihrer seit vielen Jahren andauernden schweren Erkrankung es mir ermöglichen, mit Ihnen ein Gespräch zu führen. Auf einen solchen Moment mit Ihnen freue ich mich schon seit sieben Jahren. </span></strong></p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Darf ich Ihnen das Gespräch mit der Frage eröffnen, wie es Ihnen heute geht und wie es aktuell um Ihre Gesundheit steht? </span></strong></p>
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<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><strong><span style="color: #0bbaba;">Andrea Brackmann:</span></strong> Vielen Dank, ich freue mich auch über Ihre Einladung zum Interview!</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Nach zwei Krebserkrankungen – eigentlich drei, die erste liegt aber schon länger zurück – und jahrelangen Behandlungen ist meine Mobilität aufgrund von Folgeschäden stark eingeschränkt, einen großen Teil meines Alltages verbringe ich im Liegen. Es gibt natürlich schwierige, aber auch bessere Phasen, wo ich wohldosiert in kleinen Einheiten forschen, schreiben oder einige wenige Kontakte pflegen kann.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Dass ich selten Interviews gebe, liegt aber auch daran, dass mir die verkürzte Darstellung komplexer Sachverhalte nicht so sehr liegt. Gerade beim Thema Hochbegabung entstehen da schnell Missverständnisse und Fehlinterpretationen. Ich finde aber die interkulturellen Aspekte von Hochbegabung sehr wichtig, daher wollte ich dieses Gespräch gerne führen.</span></p>
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<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Çiğdem Gül: Frau Brackmann, ich habe meine Hochbegabung im Jahr 2013 erst Dank Ihrer Bücher und durch die Gespräche mit der Autorin Frau Eliane Reichardt erkannt. Damit haben Sie beide mein Leben nachhaltig positiv verändert. Diese Gelegenheit möchte ich nutzen, auch über diesem Wege mich bei Ihnen und bei Eliane von Herzen zu bedanken.</span></strong></p>
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<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><strong><span style="color: #0bbaba;">Andrea Brackmann:</span></strong> Es freut und berührt mich sehr, dass Sie in meinen Büchern so viel Hilfreiches finden konnten. Das Wissen, weiterhin noch Positives bewirken zu können, auch wenn ich nicht mehr als Therapeutin aktiv bin, gibt mir viel Kraft. Besonders schön ist es natürlich, wenn, wie bei Ihnen, das Leben sich dadurch sogar langfristig verändert. Durch das Erkennen der eigenen Hochbegabung kann man viele Besonderheiten, die einen sonst vielleicht verwirren oder verunsichern, besser einordnen, und auch seine Stärken besser nutzen. </span></p>
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<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: Sie haben auch Schauspiel studiert. Welche positiven oder negativen Auswirkungen hatte dies auf Ihre Arbeit als Psychologin und Autorin gehabt?</span></strong></p>
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<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><strong><span style="color: #0bbaba;">Andrea Brackmann:</span></strong> Schon als junges Mädchen habe ich mich für Schauspiel begeistert und ab meinem zwölften Lebensjahr in Schul- und Jugendtheatern gespielt. Dort konnte ich meine stark ausgeprägten und unterschiedlichen Emotionen zum Ausdruck bringen; beim Theater ist dies ja nicht nur akzeptiert, sondern sogar erwünscht. Die Bühne bietet für das Ausleben heftiger Emotionen zudem eine Art sicheren und geschützten Rahmen.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Etwas Ähnliches habe ich später als Psychotherapeutin erlebt: Während ich mich in freien sozialen Kontakten oft unsicher und orientierungslos fühlte, bewegte ich mich im Rahmen eines therapeutischen Gesprächs mit (mehr oder weniger) festgelegten Abläufen wie ein Fisch im Wasser.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Auch in der Therapie geht es ja meist um den Umgang mit Emotionen. Viele Techniken, die im Schauspiel gelehrt werden, finden auch in der Psychotherapie Anwendung, z. B. Körperwahrnehmung, Entspannungsübungen, Rollenspiele zur Überwindung von Ängsten oder Visualisierung bestimmter Situationen. Ein wichtiger Aspekt ist natürlich auch die Fähigkeit, sich in eine Figur bzw. einen anderen Menschen vollkommen einzufühlen, die Welt praktisch durch dessen Augen zu sehen, ohne jedoch sein Verhalten und seine Wahrnehmung zu bewerten. Das ist meiner Ansicht nach sowohl im Schauspiel und beim Schreiben als auch in der Psychotherapie von elementarer Bedeutung. </span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Die einzig negative Auswirkung der Schauspielausbildung war vielleicht, dass es mir mitunter schwerfiel, in Therapien über lange Zeit stillzusitzen. Am Schauspiel mochte ich, dass es mich auf allen Ebenen forderte: geistig, emotional und körperlich.</span></p>
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<a href="http://www.interkulturellhochbegabte.de/wp-content/uploads/Andrea-Brackmann_1.jpg" class="grouped_elements" rel="tc-fancybox-group24543"><img src="http://www.interkulturellhochbegabte.de/wp-content/uploads/Andrea-Brackmann_1-213x300.jpg" alt="Andrea Brackmann_1" width="272" height="545" class="aligncenter size-medium wp-image-24525" /></a></p>
<p style="text-align: center;" align="left"><span style="font-family: roboto, verdana, arial, helvetica; font-size: 10pt;">Bild / Picture thanks to © 2020 Courtesy of Andrea Brackmann (Frankfurt am Main / Germany)</span></p>
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<p align="left"><strong><span style="font-family: Tahoma, Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 22pt;">Andrea Brackmann: <span style="color: #b85e32;">&#8222;Ich finde die interkulturellen Aspekte von Hochbegabung sehr wichtig, daher wollte ich dieses Gespräch gerne führen. </span></span></strong></p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: Tahoma, Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 22pt;"><span style="color: #b85e32;">Die Gründung des Intercultural Network For The Highly Gifted halte ich zum Beispiel für einen wichtigen Schritt.&#8220;</span></span></strong></p>
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<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: Wie haben Sie Ihre eigene Hochbegabung in Wechselwirkung mit Familie und Umwelt in der Kindheit, Pubertät und im Erwachsenenalter erlebt? </span></strong></p>
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<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><strong><span style="color: #0bbaba;">Andrea Brackmann:</span></strong> In meiner Kindheit spielte meine Hochbegabung keine Rolle. Ich wuchs in unbeständigen Verhältnissen auf, die von vielen Umzügen und Schulwechseln geprägt waren. Erst Jahrzehnte später erfuhr ich, dass ich vor meiner Einschulung lesen, schreiben und rechnen konnte, auffallend sensibel war und andere ununterbrochen mit Fragen gelöchert habe.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Eine Hochbegabung wurde auch in der Schule nicht bemerkt, allerdings empfahlen mich meine LehrerInnen am Ende der Grundschule aufgrund eines allgemeinen Schul-Tests überraschend fürs Gymnasium. Meine Pubertät hatte jedoch verfrüht eingesetzt (11 Jahre) und ich verbrachte viel Zeit mit Jugendlichen aller sozialen Schichten im Jugendhaus. Ich fürchtete, auf dem Gymnasium seien nur langweilige Streber und hoch geistige Leute, ich wollte viel lieber mit den coolen Typen auf die Hauptschule gehen. Davon abgesehen traute ich mir das Gymnasium nicht zu, ich dachte, die Anforderungen lägen meilenweit über meinen Fähigkeiten.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Als Kompromiss schickten mich meine Eltern auf die Realschule. Dort wurde ich aber schnell zur Außenseiterin. Ich hatte völlig andere Interessen und Ansichten als meine MitschülerInnen, stellte merkwürdige Fragen, trug andere Kleidung. Mir selbst war mein Anderssein gar nicht so bewusst, aber von Seiten meiner MitschülerInnen spitzten sich Ausgrenzung und Angriffe immer mehr zu, sodass ich beschloss, die Realschule in der 9. Klasse zu verlassen und auf ein Gymnasium zu wechseln. Dafür musste ich meine bis dahin gerade mal mittelmäßigen Zensuren deutlich verbessern.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Nach einigen Umwegen schaffte ich dann den Sprung auf ein Gymnasium. Die Schuljahre in der reformierten Oberstufe waren die schönsten meiner gesamten Schulzeit: Ich traf erstmals auf engagierte LehrerInnen, in manchen Fächern schrieb ich plötzlich 14 oder sogar 15 Punkte. Das intensive und selbständige Lernen in den kleinen Leistungskursen machte mir Freude, das war für mich vollkommen neu. Auch zu einzelnen MitschülerInnen hatte ich nun engeren Kontakt.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Während meines Psychologie-Studiums begleitete mich noch immer ein vages, unterschwelliges Gefühl des Andersseins und übrigens auch das ‚Hochstaplergefühl‘, das viele Hochbegabte kennen: Immer dachte ich, ich hätte es gerade eben so (mit Glück, Zufall, günstigen Bedingungen) durch die Prüfungen geschafft und irgendwann würde der ganze Schwindel auffliegen.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Selbst als ich bereits mehrere Jahre mit hochbegabten Kindern und Jugendlichen gearbeitet hatte, fiel mir nicht auf, wie viele Ähnlichkeiten es mit meiner eigenen Biografie gab. Erst als hochbegabte Erwachsene zu mir in Behandlung kamen, regte sich in mir langsam der Verdacht, vielleicht selbst betroffen zu sein. Anders konnte ich mir einfach nicht mehr erklären, warum ich mich so gut mit ihnen verstand und ihnen offenbar auch geistig gewachsen war. Dieser Erkenntnisprozess war verwirrend und turbulent, aber auch sehr befreiend.</span></p>
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<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: Frau Brackmann, was ist Ihr größter Traum? </span></strong></p>
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<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><strong><span style="color: #0bbaba;">Andrea Brackmann:</span></strong> Mein größter Traum ist es, wieder einmal im Meer schwimmen zu können.<br />
Und vielleicht so etwas wie eine „Allianz der Vernünftigen“, die sich gegen jede Form von Gewalt und die Bedingungen, die sie begünstigen, einsetzt – sei es Gewalt zwischen Menschen, zwischen Mensch und Tier oder zwischen Bevölkerungsgruppen und Nationen.</span></p>
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<p align="left"><strong><span style="font-family: Tahoma, Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 22pt;"> Çiğdem Gül: <span style="color: #b85e32;">&#8222;Eines der wesentlichen Kriterien der Hochbegabung ist es, sich permanent selbst zu überprüfen; daher muss ein Hochbegabter bereit sein, zu zweifeln, auch an sich selbst zu zweifeln.</span></span></strong></p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: Tahoma, Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 22pt;"><span style="color: #b85e32;">Ich finde, ein Hochbegabter sollte sich sogar darin <em>verlieben</em>, in seinem Komplexitätskarneval und Gedankenbibliothek eine ästhetische Zweifelskapazität zu haben.&#8220;</span></span></strong></p>
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<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: Was interessiert Sie <em>persönlich</em> an den Themen Hochbegabung und Höchstbegabung? </span></strong></p>
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<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><strong><span style="color: #0bbaba;">Andrea Brackmann: </span></strong>Mich interessiert zunächst, wozu das menschliche Gehirn grundsätzlich in der Lage ist. Und das scheint weit mehr zu sein, als man allgemein annimmt. Betrachtet man die unglaubliche Spannbreite der Fähigkeiten bei Genies wie Leonardo da Vinci, Alexander von Humboldt oder Marie Curie, scheinen dem menschlichen Denken kaum Grenzen gesetzt. Auch bei manchen Autisten findet man Fähigkeiten, etwa in Mathematik, Gedächtnis, bildender Kunst oder Musik, die mit normalen Maßstäben nicht mehr zu erfassen sind. Dabei finde ich interessant, durch welche Bedingungen solche Potenziale freigesetzt werden und auch, wie man diese überwältigende Fülle gut handhaben kann. Zudem möchte ich gern wissen, wie die klügsten Menschen der Geschichte die Welt sehen, was sie im Leben wichtig finden, wie sie es gestalten und wie sie mit Schwierigkeiten umgehen. Ich glaube, davon kann ich persönlich und die Gesellschaft viel lernen. Letztlich geht es mir also wohl auch um die Frage, was der Mensch eigentlich ist und welchen Sinn seine Existenz hat.</span></p>
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<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: In Ihrem Buch &#8222;Ganz normal hochbegabt&#8220; auf Seite 121 schreiben Sie: &#8222;Die Fähigkeit zum Wechsel der Perspektive ist vielleicht eines der zentralsten Merkmale von Hochbegabung.&#8220; Würden Sie diese These bitte näher erläutern?</span></strong></p>
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<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><strong><span style="color: #0bbaba;">Andrea Brackmann: </span></strong>Hochbegabte neigen zu stark vernetztem Denken, sie betrachten Dinge meist aus verschiedenen Perspektiven. Sie wissen, dass ein einzelner Eindruck nicht ausreicht, um sich eine fundierte Meinung zu bilden. Betrachtet man eine Sache nur aus einer, nämlich der eigenen, gewohnten Perspektive, wird man nichts Neues erfahren, man trägt praktisch Scheuklappen und blickt nicht über den Tellerrand hinaus. Die Fähigkeit bekannte Perspektiven zu verlassen ist eine wichtige Grundlage für Kreativität, also für schöpferisches, erneuerndes Denken.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Ohne den Wechsel von Perspektiven gäbe es keine Veränderungen, keinen Fortschritt, kein Verständnis für andere Menschen oder Lebensformen, keine Ideen für die Zukunft. Gerade von Höchstbegabten und Genies ist bekannt, dass sie sich nicht nur gut in Menschen oder Tiere hineinversetzen können, sondern auch in chemische oder physikalische Prozesse, wie sie z. B. in Pflanzen oder Atomen ablaufen. Künstlerisch Höchstbegabte berichten übereinstimmend, sie würden sich in eine Leinwand, ein Musikstück oder einen Roman gleichsam selbst hineinprojizieren und sich darin bewegen.<br />
Hoch- und Höchstbegabte springen durch die hohe Aktivität ihrer Hirnstrukturen schnell zwischen einzelnen Blickwinkeln hin und her, sie sehen zahlreiche, oft ganz neue Aspekte eines Problems. Andererseits fällt es ihnen manchmal schwer, einen beständigen eigenen Standpunkt zu entwickeln. Aber der Philosoph Ernst Bloch meint, dass ein scharfer Blick sich nicht nur darin bewähre, dass er alles so klar wie Wasser sehe: „Die Wahrheit ist immer ungenau.“</span></p>
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<a href="http://www.interkulturellhochbegabte.de/wp-content/uploads/Giovanna-Aryafara_1.jpg" class="grouped_elements" rel="tc-fancybox-group24543"><img src="http://www.interkulturellhochbegabte.de/wp-content/uploads/Giovanna-Aryafara_1.jpg" alt="Giovanna Aryafara_1" width="1200" height="899" class="aligncenter size-full wp-image-24528" /></a></p>
<p style="text-align: left;" align="left"><span style="font-family: roboto, verdana, arial, helvetica; font-size: 10pt;">Bild / Picture &#8222;A group of gypsies at the Pushkar Camel Fair&#8220; thanks to © Courtesy of Giovanna Aryafara (Bali / Indonesia)</span></p>
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<strong><span style="font-family: Tahoma, Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 22pt;">Andrea Brackmann: <span style="color: #b85e32;">&#8222;Die Schwierigkeiten im Austausch mit anderen gehören zu den frustrierenden und schmerzlichen Seiten der Hochbegabung. Manchmal hilft der Kontakt mit anderen Hochbegabten und Gleichgesinnten, um dort Stärkung und gegenseitiges Verständnis zu finden. Ebenso wichtig scheint mir die Beobachtung, dass Hochbegabte, [&#8230;] ihre „Berufung“ finden [&#8230;]. In den Nachforschungen zu meinem Buch über Genies und Höchstbegabte hat sich dieser Faktor als einer der wichtigsten für ihre Lebenszufriedenheit herausgestellt.&#8220;</span></span></strong><br />
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<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: Eines der wesentlichen Kriterien der Hochbegabung ist es, sich permanent selbst zu überprüfen; daher muss ein Hochbegabter bereit sein, zu zweifeln, auch an sich selbst zu zweifeln. Der deutsche Astrophysiker, Naturphilosoph, Wissenschaftsjournalist, Fernsehmoderator und Hochschullehrer Prof. Dr. Harald Lesch sagte einmal, dass er ein großer Freund des Zweifelns sei. Auch ich bin mittlerweile ein großer Freund des Zweifelns. Ich finde, ein Hochbegabter sollte sich sogar darin <em>verlieben</em>, in seinem Komplexitätskarneval und Gedankenbibliothek eine ästhetische Zweifelskapazität zu haben.&#8220; Was denken <em>Sie</em> darüber? </span></strong></p>
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<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><strong><span style="color: #0bbaba;">Andrea Brackmann:</span></strong> Komplexitätskarneval &#8211; ein schönes Wort, das ebenfalls als Umschreibung des häufigen Wechsels von Perspektiven, Meinungen und Plänen bei Hochbegabten dienen kann.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Was den Zweifel angeht, habe ich nicht zufällig an den Anfang meines ersten Buches ein Zitat von C. G. Jung gestellt: „Zweifel und Unsicherheit sind unerlässliche Komponenten eines vollständigen Lebens.“ Für mich war diese Erkenntnis sehr befreiend, denn bis dahin hatte ich das ewige Zweifeln eher als etwas Negatives betrachtet. Peter Ustinov meinte übrigens, man solle sich vor Leuten in Acht nehmen, die überhaupt nicht zweifeln, dies seien oft Wahnsinnige oder Diktatoren. Hätte in den letzten Jahrhunderten oder Jahrtausenden nie ein Mensch an traditionellen Lehren, Autoritäten, gegebenen Umständen oder sogenannten unumstößlichen Wahrheiten gezweifelt, z. B. dass die Erde eine Scheibe sei oder es Menschen unterschiedlichen Wertes gebe, hätte es keine bahnbrechenden Veränderungen und genialen Leistungen gegeben. Zweifel und Selbstzweifel sind ein wesentliches Merkmal von Höchstbegabten und Genies &#8211; und übrigens auch ein wichtiger Antrieb für sie. Das Fehlen jeglicher Zweifel führt hingegen zu stark eingeschränkten Sichtweisen und verhindert jegliche Form von Weiterentwicklung, sei es persönlich, wissenschaftlich, kulturell oder gesellschaftlich. Übermäßiges Zweifeln kann Hochbegabten aber natürlich auch zur Last werden, viele brauchen ein gehöriges Maß an Übung, um da eine gute Balance finden.</span></p>
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<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: In der Kneipe ihrer Seele beklagen viele Hochbegabte und Höchstbegabte am Tresen, dass sie von außen nicht verstanden werden. Missverständnisse von beiden Seiten sind vorprogrammiert. Wie kann es Hochbegabten und Höchstbegabten trotz dieses Lebensgefühls gelingen, zufrieden zu sein? </span></strong></p>
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<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><strong><span style="color: #0bbaba;">Andrea Brackmann:</span></strong> Mit dieser Fragestellung setzen sich ganze Bücher und Studien auseinander. Ich wünschte, ich könnte sie hier in wenigen Sätzen beantworten.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Die Schwierigkeiten im Austausch mit anderen gehören zu den frustrierenden und schmerzlichen Seiten der Hochbegabung. Manchmal hilft der Kontakt mit anderen Hochbegabten und Gleichgesinnten, um dort Stärkung und gegenseitiges Verständnis zu finden. Aber oft reicht das nicht aus; und es kommen ja auch nicht alle Hochbegabten zwangsläufig gut miteinander aus. Ebenso wichtig scheint mir die Beobachtung, dass Hochbegabte, die ihre „Berufung“ finden &#8211; also die Aufgaben, die am besten zu ihren Fähigkeiten passen &#8211; und ihre Kraft und Leidenschaft voll darauf konzentrieren, darin viel Bestätigung, Freude und Erfüllung finden, auch wenn es mit manchen Kontakten nicht so gut klappt. In den Nachforschungen zu meinem Buch über Genies und Höchstbegabte hat sich dieser Faktor als einer der wichtigsten für ihre Lebenszufriedenheit herausgestellt. Auf dieser Basis entstehen oft auch etwas leichter passende Kontakte mit Leuten, die auf ähnlicher Wellenlänge liegen. Meist sind es zwar eher wenige, dafür aber enge und befriedigende Freundschaften.</span></p>
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<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: <strong>Eine Hochbegabung wird – je nachdem, ob sie z. B. zusätzlich in Kombination mit Hochsensibilität oder Autismus und/oder Synästhesie auftritt – individuell unterschiedlich erlebt. Für mich als hochsensible Hochbegabte ist </strong><em>in erster Linie nicht entscheidend</em><strong>,</strong><strong> ob mein Gegenüber hochbegabt bzw. höchstbegabt ist und ich mit ihm mein Geist auf hohem Niveau entflammen kann, sondern, ob er den Zugang zur seiner universellen Liebesfähigkeit hat und die Herzenswärme besitzt. Wenn er diesen Zugang hat, entwickelt er die Gefühlssprache und die damit zunehmende Sensibilität, ja vielleicht sogar die Hochsensibilität. In Anlehnung an diese Gedanken möchte ich Sie fragen, warum die Hochbegabung dann in der Mehrheitsgesellschaft und in den herkömmlichen Medien oftmals nur auf Intelligenz, musische oder mathematische Fähigkeiten reduziert wird.</strong></span></strong></p>
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<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><strong><span style="color: #0bbaba;">Andrea Brackmann:</span></strong> Ich glaube, dass es einerseits wichtig ist, den Begriff „Hochbegabung“ nicht zu weit auszudehnen, sonst wird er verwässert und unscharf. Natürlich sagt hohe Intelligenz im Prinzip noch nichts darüber aus, welche menschlichen und sozialen Qualitäten eine Person besitzt. Für diese Bereiche gibt es eigene Begriffe, wie z. B. den der emotionalen Intelligenz.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Andererseits haben Sie durchaus Recht, das Konzept Hochbegabung umfasst vermutlich weit mehr Dimensionen als nur den intellektuellen, musischen und mathematischen Bereich. Diese Dimensionen untersuche ich in meinem neuen Buch genauer. Auch Jacobsen (1999) spricht in ihrem Buch „The Gifted Adult“ von „multiplen Intelligenzen“, zu der sie etwa auch soziale, motorische oder naturbezogene Fähigkeiten zählt. Diese sind aber schwieriger messbar und daher nicht leicht zu objektivieren und zu vergleichen.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Für mich war es allerdings eine überraschende Entdeckung, dass scheinbar rein intellektuell Höchstbegabte, die man ja oft für weltfremde und sozial ungeschickte Nerds hält, auch große Begabungen bzw. großen Einsatz auf sozial-emotionalem Gebiet zeigen. Dazu gehören etwa Albert Einstein und Marie Curie, oder aktuell Persönlichkeiten wie Ronan Farrow, der mehrere Klassen übersprungen hat, das College mit 15 Jahren als jüngster Absolvent überhaupt abschloss und sich zugleich sozial und politisch seit seiner Jugend intensiv engagiert, etwa als UNICEF-Sprecher für Kinder und Frauen in der Darfur-Krise oder als Initiator der MeeToo Bewegung. Auch Jonathan Safran Foer, der als literarisches Wunderkind galt, setzt sich seit vielen Jahren in seinen Publikationen für Tierrechte und Klimaschutz ein. Umgekehrt ergaben meine Nachforschungen, dass viele Genies, die auf sozial-emotionalem Gebiet enorme Fähigkeiten zeigen, zugleich intellektuell höchstbegabt sind, z. B. Martin Luther King oder Florence Nightingale. Auch viele künstlerisch Höchstbegabte, wie etwa Vincent van Gogh oder die Schriftstellerin Marguerite Duras, waren, entgegen weit verbreiteter Annahmen, vermutlich auch intellektuell höchstbegabt.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Vernunft und Mitgefühl scheinen also näher beieinander zu liegen, als man denkt. Das Bindeglied dazwischen ist bei Hochbegabten offenbar ihr ausgeprägter Gerechtigkeitssinn.</span></p>
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<a href="http://www.interkulturellhochbegabte.de/wp-content/uploads/Giovanna-Aryafara_21.png" class="grouped_elements" rel="tc-fancybox-group24543"><img src="http://www.interkulturellhochbegabte.de/wp-content/uploads/Giovanna-Aryafara_21.png" alt="Giovanna Aryafara_2" width="818" height="997" class="aligncenter size-full wp-image-24529" /></a></p>
<p style="text-align: center;" align="left"><span style="font-family: roboto, verdana, arial, helvetica; font-size: 10pt;">Bild / Picture &#8222;Jonathan, the little Kara boy with baby goat in Kenya&#8220; thanks to © Courtesy of Giovanna Aryafara (Bali / Indonesia)</span></p>
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<p align="left"><strong><span style="font-family: Tahoma, Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 22pt;">Andrea Brackmann: <span style="color: #b85e32;">&#8222;Hoch – und Höchstbegabte besitzen oft einen starken Gerechtigkeitssinn. [&#8230;] Der Naturforscher Alexander von Humboldt und sein Bruder, der Sprachforscher Wilhelm von Humboldt, waren bereits um das Jahr 1800 überzeugt von der Gleichheit aller Ethnien, sie setzten sich für Völkerverständigung und den Erwerb möglichst vieler Fremdsprachen ein. Die Philosophin Hannah Arendt oder Albert Einstein engagierten sich intensiv für Flüchtlinge aus aller Welt. Martin Luther King, der wie schon erwähnt, intellektuell höchstbegabt war, erreichte Bahnbrechendes im Kampf für die Bürgerrechte der Schwarzen.&#8220;</span></span></strong></p>
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<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: Welche aktuellen Studien gibt es zum Thema Hochbegabung und Höchstbegabung? </span></strong></p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Welche Studien gibt es zu den hochbegabten Analphabeten oder taubstummen Hochbegabten? </span></strong></p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Wie bewerten Sie diese Forschungsergebnisse? </span></strong></p>
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<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><strong><span style="color: #0bbaba;">Andrea Brackmann:</span></strong> Rinn &amp; Bishop (2015) führten eine große Meta-Analyse sämtlicher Literatur zu hochbegabten Erwachsenen durch. Sie bemängeln zwar, dass viele Veröffentlichungen nicht auf streng wissenschaftlich standardisierten Studien beruhen, aber insgesamt zeichne sich die Tendenz ab, dass die Mehrzahl der Hochbegabten mit ihrem Leben und ihrem Beruf zufrieden, seelisch stabil und sozial gut integriert sei. Voraussetzung sei allerdings, dass die Hochbegabung frühzeitig erkannt und angemessen gefördert werde. Darüber scheinen sich viele Autoren einig zu sein. Eine Differenzierung zwischen Hochbegabung und Höchstbegabung findet jedoch hier, wie fast in der gesamten Literatur, nicht statt.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Eine Studie von Gross (2003) speziell zu Höchstbegabten (ab IQ 145) zeigt, dass diese sich umso stabiler entwickeln, je stärker ihre schulische Laufbahn beschleunigt wurde. Das bestätigen auch meine Nachforschungen zu bekannten Genies: Marie Curie, Johann Wolfgang von Goethe oder Martin Luther King haben ihr Abitur bereits mit 16 Jahren abgelegt und deutlich früher die Universität besucht als der Durchschnitt. Andere, wie z. B. Thomas Edison, Alexander von Humboldt oder Ada Lovelace, erhielten hoch qualifizierten Unterricht zu Hause, der ihrem unstillbaren Wissensdurst und hohen Lerntempo &#8211; unabhängig von Altersnormen &#8211; angepasst wurde. Höchstbegabte, die stattdessen eine normale Schullaufbahn absolvieren, haben laut Gross häufiger seelische, soziale und berufliche Schwierigkeiten.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Andere aktuelle Studien, z. B. Karpinski (2018), zeigen bei Hochbegabten generell eine gewisse Anfälligkeit für seelische Probleme oder für Autoimmunerkrankungen wie etwa Allergien. Hier wird wiederum nicht nach geförderten und nicht geförderten Hochbegabten unterschieden und auch nicht zwischen Hoch- und Höchstbegabung. Zudem ist zu beachten, dass es unter Hochbegabten besonders häufig zu Fehldiagnosen kommt. Es braucht also immer eine differenzierte Betrachtung.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Diese insgesamt widersprüchlichen Befunde versuche ich in meinem neuen Buch „Extrem begabt: Die Persönlichkeitsstruktur von Höchstbegabten und Genies“ näher zu beleuchten.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Hinsichtlich der Studien zu Hochbegabung bei Analphabeten, Gehörlosen oder auch Menschen mit starken Sehbeeinträchtigungen bin ich leider nicht auf dem neuesten Stand, aber soweit ich weiß, gibt es hier noch gewaltigen Forschungs- und Förderbedarf, dies finde ich dringend notwendig. Gehörlose wurden noch bis vor kurzer Zeit pauschal als geistig behindert eingestuft, das halte ich für eine dramatische Fehleinschätzung. Es gibt bekannte Beispiele, wie etwa die taubstumme und blinde Schriftstellerin Helen Keller, oder hoch intelligente Gehörlose aus meinem Umfeld, die ein Universitätsstudium absolvieren. Offenbar müssen wir uns immer noch an den Gedanken gewöhnen, dass Menschen mit Behinderungen nicht zwangsläufig weniger intelligent sind.</span></p>
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<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: Hochbegabung im Kleid der Begeisterungsfähigkeit <em>und</em> Vielseitigkeit tragen die generalistisch-orientieren Multitalente. Warum setzen sich die Gesellschaft und die Öffentlichkeit fast nur mit geförderten Singularbegabten auseinander? Warum werden Multitalente kaum anerkannt und kaum diskutiert? </span></strong></p>
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<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><strong><span style="color: #0bbaba;">Andrea Brackmann:</span></strong> Viele Hoch- und Höchstbegabte besitzen laut Goertzel &amp; Hansen (2004) in der Tat mehrere Talente. Sie können bestimmte Regeln und Erkenntnisse von einem Gebiet auf ein anderes übertragen, etwa von Mathematik auf Philosophie und Musik; oder von Schauspiel und Literatur auf Psychologie, und umgekehrt. In meinem ersten Buch „Jenseits der Norm“ habe ich dem „Multitalent“ eine eigene Rubrik gewidmet. Auch unter bekannten Genies findet man häufig noch eine zweite große Begabung: Galileo Galilei und Albert Einstein waren hervorragende Musiker, Winston Churchill erhielt einen Nobelpreis in Literatur, die Sängerin und Multimediakünstlerin Björk erhielt für ihre Leistung als Schauspielerin bedeutende Auszeichnungen, Florence Nightingale verfügte neben ihrer sozial-emotionalen Hochbegabung über außergewöhnliche Fähigkeiten in Mathematik, Medizin und Architektur. Jacobsen (1999), Fleiß (2003) oder Schwiebert (2015) sprechen von sogenannten „Generalisten“ und vielseitigen Talenten unter Hochbegabten. Ich denke also schon, dass diese zumindest in der Hochbegabungslandschaft durchaus wahrgenommen werden. In den Medien hingegen eignen sich Hochbegabte mit einzelnen herausragenden Fähigkeiten, wie z. B. Schach- oder Musikgenies, vermutlich eher als aufsehenerregende „Stars“, die besser vermarktet werden können.</span></p>
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<a href="http://www.interkulturellhochbegabte.de/wp-content/uploads/Giovanna-Aryafara_3.png" class="grouped_elements" rel="tc-fancybox-group24543"><img src="http://www.interkulturellhochbegabte.de/wp-content/uploads/Giovanna-Aryafara_3.png" alt="Giovanna Aryafara_3" width="832" height="1047" class="aligncenter size-full wp-image-24530" /></a></p>
<p style="text-align: center;" align="left"><span style="font-family: roboto, verdana, arial, helvetica; font-size: 10pt;">Bild / Picture thanks to © Courtesy of Giovanna Aryafara (Bali / Indonesia)</span></p>
<p style="text-align: center;" align="left"><span style="font-family: roboto, verdana, arial, helvetica; font-size: 10pt;">Buddhist monk in Cambodia. Angkor Wat is a temple complex in Cambodia and one of the largest religious monuments in the world. </span></p>
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<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: Für viele Hochbegabte gibt es nach einer Zeit ein großes Aufatmen, wenn sie sich als solche erkannt haben, sich nicht mehr verleugnen müssen und ihre Hochbegabung ausleben können, auch wenn einige Konflikthemen in der Schul- Hochschul- und Arbeitswelt noch nicht vom Tisch sind.</span></strong></p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Bei hochbegabten Migrantenkindern mit muslimischem Hintergrund, wie z. B. bei uns Türkinnen und Türken gibt es nach dem öffentlichen Ausleben unserer Hochbegabung kein Aufatmen, sondern Nach- Luft- Schnappen, weil wir von der Mehrheit der deutschen Seite trotz gelungener Integration (nicht Assimilation!) auch nach über 60 (!) Jahren Migrationsprozess nicht wertgeschätzt, sondern defizitär betrachtet werden.</span></strong></p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Was sind Ihre Lösungsansätze für dieses Dilemma? </span></strong></p>
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<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><strong><span style="color: #0bbaba;">Andrea Brackmann:</span></strong> Das ist in der Tat ein großes Problem und berührt das weite Feld der offenen oder latenten Diskriminierung von Minderheiten und Migranten. Dieses Problem findet sich nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa, den USA und Großbritannien.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Es fängt schon damit an, dass die gängigen Intelligenztests fast alle sprach- und bildungsabhängig sind. Hochbegabte Kinder von eingewanderten Familien sind damit im Nachteil und werden oftmals gar nicht als besonders begabt erkannt, nur weil sie die jeweilige Sprache oder kulturelle Regeln noch nicht so gut beherrschen. Die Teilnahme an Studien und Förderprogrammen für Hochbegabte erfolgt aufgrund von Lehrerurteilen; man hat aber festgestellt, dass Lehrer und Lehrerinnen dazu neigen, die Intelligenz von SchülerInnen aus Einwanderungsfamilien grundsätzlich zu unterschätzen. Sie sind also in Studien und Fördermaßnahmen unterrepräsentiert und werden auch in psychologischen Praxen seltener zu Testungen auf Hochbegabung vorgestellt. Das Klischee von Migration und Bildungsferne ist, wie Sie ganz richtig sagen, bedauerlicherweise noch immer stark verfestigt. Eingewanderte Menschen haben, selbst wenn sie bereits über Generationen hier sind, schlechtere Bildungs- und Aufstiegschancen und müssen sich im Berufsleben viel mehr beweisen und behaupten. Entsprechende Vorurteile haben durch das veränderte politische Klima leider wieder zugenommen, in Deutschland durch Autoren wie Thilo Sarrazin, der Muslime genetisch bedingt als weniger intelligent betrachtet, oder durch die AfD und etablierte Parteien, die Flüchtlinge weniger als Bereicherung ansehen, sondern sie als Belastung und „Mutter aller Probleme“ herabwürdigen. In den USA erlangen Rassismus und Diskriminierung von Minderheiten durch Donald Trump wieder Aufwind, was auch international nicht ohne Wirkung bleibt. Das macht mich oft fassungslos.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Einfache Lösungsansätze gibt es für diesen Themenkomplex leider nicht. Aber es gibt verschiedene Ansätze. Die Gründung Ihres <em>Intercultural Network For The Highly Gifted</em> halte ich zum Beispiel für einen wichtigen Schritt. Und es gibt erfreulicherweise Talentscouts wie Kerstin Franz, die in sogenannten bildungsfernen, sozial und wirtschaftlich schwachen eingewanderten Familien gezielt nach besonders begabten Kindern suchen und diese fördern. PsychologInnen müssten in Studium und Ausbildung mehr für diese Problematik sensibilisiert werden. Die Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind (DGhK) hat 2015 zum Thema Migration und Hochbegabung ein eigenes Heft herausgebracht. Auch Hochbegabtenvereinigungen wie Mensa können in der öffentlichen Wahrnehmung einiges bewegen. Es ist ein langer Weg mit vielen Schritten – bis jetzt sind es noch deutlich zu wenige.</span></p>
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<p align="left"><strong><span style="font-family: Tahoma, Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 22pt;">Andrea Brackmann: <span style="color: #b85e32;">&#8222;In der Tat sind viele Höchstbegabte besonders energiegeladene Menschen, sie stehen durch ihr hoch aktives Gehirn und Nervensystem gleichsam unter Strom und verfügen oft über einen fast unerschöpflichen Antrieb und hohe Intensität.&#8220;</span></span></strong></p>
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<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: Was sind Ihre Gedanken und Meinung zum kulturellen und interkulturellen Aspekt des Themas „Hochbegabung, Vielbegabung und Höchstbegabung“? </span></strong></p>
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<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><strong><span style="color: #0bbaba;">Andrea Brackmann:</span></strong> Vieles ergibt sich wohl schon aus dem bisher Gesagten. Hoch – und Höchstbegabte besitzen oft einen starken Gerechtigkeitssinn. Sie erkennen Ungerechtigkeiten meist aufgrund ganz sachlicher und logischer Betrachtung. Sie fragen sich: „Warum sollten Menschen etwa des afrikanischen oder südamerikanischen Kontinentes weniger klug sein als andere?“ Viele bekannte Genies haben sich theoretisch und auch sehr konkret für die Gleichberechtigung von Nationalitäten, Völkern und Kulturen eingesetzt. Der Naturforscher Alexander von Humboldt und sein Bruder, der Sprachforscher Wilhelm von Humboldt, waren bereits um das Jahr 1800 überzeugt von der Gleichheit aller Ethnien, sie setzten sich für Völkerverständigung und den Erwerb möglichst vieler Fremdsprachen ein. Die Philosophin Hannah Arendt oder Albert Einstein engagierten sich intensiv für Flüchtlinge aus aller Welt. Martin Luther King, der wie schon erwähnt, intellektuell höchstbegabt war, erreichte Bahnbrechendes im Kampf für die Bürgerrechte der Schwarzen.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Es wäre wünschenswert, dass Hochbegabte ihre Intelligenz und ihren Idealismus noch stärker nutzen und ihre Kräfte auch weltweit bündeln, um sich für die Rechte aller Kulturen einzusetzen und dadurch Vorurteile weiter abzubauen.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Diese Notwendigkeit zeigt sich auch in der aktuellen Corona-Krise: Der israelische Historiker Yuval Noah Harari weist darauf hin, dass Grenzschließungen und nationale Alleingänge im Moment nicht zielführend seien. Viel wichtiger sei es, in intensiver internationaler Zusammenarbeit von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen „die Grenze zwischen der Menschheit und dem Virus zu patrouillieren.“ </span></p>
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<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: Höchstbegabte verfügen nicht nur über höchste Begabung bzw. Begabungen, sondern strahlen auch eine bestimmte Energie ab. Ich möchte Ihnen von der <em>Frau aus der Zukunft</em> erzählen, die ich vor ca. drei Jahren kennenlernen durfte. Frau Dr. Katja Wrase ist eine höchstbegabte Sozialwissenschaftlerin, die in Philosophie promoviert hat. Ihre Promotion mit dem Thema „Erdsystemanalyse. Ein vierdimensionaler fraktaler Systemvergleich“ ist einmalig in Deutschland bei den Physikern und Mathematikern veröffentlicht worden. Obwohl ich mittlerweile mit einem Dutzend von Höchstbegabten in Kontakt stehe, einige von ihnen seit vielen Jahren kenne, und mit Drei von ihnen sogar befreundet bin, unterscheidet sich diese Höchstbegabte für mich von den anderen Höchstbegabten dahingehend, dass ich ihre Gedankengänge, Ansichten, Analysen aus der Zukunft kommend empfinde. Sie ist ihrer Zeit zu sehr weit voraus. Das habe ich in der Hochbegabtenlandschaft noch nie erlebt. Für mich kommt sie von einem anderen, aber faszinierenden Planeten.</span></strong></p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Frau Brackmann, wie ist das Phänomen dieser Art von Höchstbegabten in Ihrer Praxis zu erklären?</span></strong></p>
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<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><strong><span style="color: #0bbaba;">Andrea Brackmann:</span></strong> Höchstbegabung ist eine Form starker geistiger Entwicklungsbeschleunigung und übrigens gar nicht so selten: Immerhin ein bis zwei Personen von Tausend haben einen IQ ab 145. Viele können bereits vor Vollendung des ersten Lebensjahres sprechen oder im Alter von zwei bis drei Jahren lesen und rechnen. Diese Beschleunigung setzt sich im Laufe des Lebens fort und potenziert sich durch intensive geistige Arbeit, sodass Höchstbegabte und Genies ihrer Zeit typischerweise voraus sind. Gepaart mit einer ausgeprägten Vorstellungskraft können sie bestimmte Entwicklungen vorausdenken. Genies wie Galileo Galilei oder Charles Darwin sind ja berühmt dafür, dass sie bahnbrechende neue Entdeckungen machten, die dann erst später als richtig erkannt wurden. Und in der Tat sind viele Höchstbegabte besonders energiegeladene Menschen, sie stehen durch ihr hoch aktives Gehirn und Nervensystem gleichsam unter Strom und verfügen oft über einen fast unerschöpflichen Antrieb und hohe Intensität. </span></p>
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<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: Frau Brackmann, herzlichen Glückwunsch zu Ihrem neuen Buch „Extrem begabt: Die Persönlichkeitsstruktur von Höchstbegabten und Genies&#8220;, das seit heute &#8211; 25. April 2020 &#8211; im Handel erhältlich ist. Ich habe bereits mit viel Interesse und großer Freude die Leseprobe gelesen. Würden Sie uns etwas über Ihr neues Buch erzählen?</span></strong></p>
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<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><strong><span style="color: #0bbaba;">Andrea Brackmann:</span></strong> Vielen Dank, Frau Gül! </span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Einiges habe ich über das neue Buch schon erzählt. Bislang hatte man hauptsächlich nur die Kategorien: Hochbegabt &#8211; ja oder nein. Es gibt aber zum einen, genau wie Sie sagen, unterschiedliche Formen von Hochbegabung, also künstlerische, intellektuelle oder naturwissenschaftliche, und zum anderen verschiedene Stufen, also moderate, außerordentliche oder extreme Hochbegabung. Ich untersuche, ob mit steigendem IQ auch andere für Hochbegabte typische Merkmale, wie z. B. erhöhte Sensibilität, starker Antrieb oder Perfektionismus zunehmen, oder ob es asynchrone Entwicklungen gibt, d. h. ob manche Aspekte mit steigendem IQ wieder abnehmen. Weitere Fragen, denen ich nachgehe, sind z. B. wie extrem Begabte lernen, mit der ungeheuren Fülle an Gedanken und Wahrnehmungen zu haushalten, und welche Auswirkungen Hoch- und Höchstbegabung im Alter hat.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Schon seit vielen Jahren hatte ich mich daher mit Biografien berühmter Höchstbegabter und Genies wie Albert Einstein, Marie Curie oder Vincent van Gogh befasst, um zu sehen, welche Gemeinsamkeiten es gibt und was die elementaren Grundmechanismen von Hochbegabung sind.</span></p>
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<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül: Liebe Frau Brackmann, ich danke Ihnen sehr für unser Gespräch, das Sie trotz Ihrer belastenden gesundheitlichen Situation und der zusätzlich gegenwärtigen Corona-Pandemie aus der Ferne mit mir geführt haben.</span></strong></p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass es Ihnen gesundheitlich wieder gut geht und, dass Ihre beiden größten Träume in Erfüllung gehen. Ich bin mir sicher, dass Sie irgendwann wieder im Meer schwimmen werden, so, wie Sie damals im Rahmen Ihrer psychotherapeutischen Arbeit <em>wie ein Fisch im Wasser geschwommen</em> waren. Und wenn unserem Team des <em>Intercultural Network For the Highly Gifted</em> gemeinsam mit unseren weltweiten Mitgliedern und KooperationspartnerInnen gelingt, langfristig eine <em>interkulturelle und ethische Allianz der Vernünftigen</em> zu verwurzeln, so freuen wir uns alle jetzt schon.</span></strong></p>
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<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.interkulturellhochbegabte.de/andrea-brackmann-expertin-psychologin-bestseller-autorin-im-interview/">ANDREA BRACKMANN: Expertin, Psychologin &#038; Bestseller-Autorin im Interview</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.interkulturellhochbegabte.de">Intercultural Network For The Highly Gifted</a>.</p>
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		<title>Dr. Paul Ekman: Fünfzehnter unter den einflussreichsten Psychologen des 21. Jahrhunderts</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Feb 2019 23:02:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Cigdem Guel]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Çiğdem Gül]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>&#160;  17. Mai 2018 Liebe Netzwerkfreunde, liebe Mitglieder, in der Hochbegabtenlandschaft und in der Welt der Hochsensiblen ist das Thema &#8222;Psychologie und (Basis-)Emotionen&#8220; nicht weit entfernt. Die Forschungsergebnisse von Herrn Dr. Paul Ekman haben bestätigt, dass Emotionen kulturübergreifend sind, und ihre Herkunft nur biologisch bedingt ist. Es ist für mich, Çiğdem Gül, eine große Ehre und Freude, im [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.interkulturellhochbegabte.de/dr-paul-ekman-fuenfter-unter-den-einflussreichsten-psychologen-des-21-jahrhunderts/">Dr. Paul Ekman: Fünfzehnter unter den einflussreichsten Psychologen des 21. Jahrhunderts</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.interkulturellhochbegabte.de">Intercultural Network For The Highly Gifted</a>.</p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.interkulturellhochbegabte.de/wp-content/uploads/Paul-Ekman.jpg" class="grouped_elements" rel="tc-fancybox-group11379"><img class="  wp-image-9749 aligncenter" src="http://www.interkulturellhochbegabte.de/wp-content/uploads/Paul-Ekman.jpg" alt="Paul-Ekman" width="1368" height="912" /></a><br />
&nbsp;</p>
<p align="right"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> 17. Mai 2018</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Liebe Netzwerkfreunde, </span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">liebe Mitglieder, </span></p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">in der Hochbegabtenlandschaft und in der Welt der Hochsensiblen ist das Thema &#8222;Psychologie und (Basis-)Emotionen&#8220; nicht weit entfernt. Die Forschungsergebnisse von Herrn Dr. Paul Ekman haben bestätigt, dass Emotionen kulturübergreifend sind, und ihre Herkunft nur biologisch bedingt ist.</span></strong></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"><strong>Es ist für mich, Çiğdem Gül, eine große Ehre und Freude, im Namen unseres &#8222;Interkulturellen Netzwerkes für Hochbegabte&#8220; euch Herrn Dr. Paul Ekman vorzustellen.</strong>  </span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Dr. Paul Ekman, Jahrgang  1934, war Professor für Psychologie an der University of California in San Francisco/USA. Er gilt als einer der weltweit führenden Experten für nonverbale Kommunikation. Dr. Ekman ist der Pionier der detaillierten Analyse von Gesichtern und Gesichtsausdrücken und vielfacher Bestsellerautor.</span></p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Archives of Scientific Psychology kührte  Dr. Paul Ekman im Jahr 2014 als Fünfzehnter unter den einflussreichsten Psychologen des 21. Jahrhunderts. </span></strong></p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Im Jahr 2009 wurde Dr. Ekmanr vom Time Magazine zu einem der 100 einflussreichsten Menschen der Welt gewählt.</span></strong></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Seit mehr als vierzig Jahren erforscht Dr. Ekman, wie Gefühle entstehen, wie sie sich äußern und wie man sie in anderen lesen kann. Er sagte in einem Interview von Michaela Haas in der Süddeutschen Zeitung vom 17. Mai 2010, dass es nur 43 Muskeln sind, mit denen wir mehr als 10.000 Gesichtsausdrücke erzeugen können, und er habe alle gesehen. &#8222;Ich bin bis Papua-Neuguinea und auf alle Kontinente gereist. Es gibt keinen Ausdruck, den ich nicht kenne.&#8220;  Um das vollständige Interview zu lesen, bitte diesen <a href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/ein-luegenexperte-im-interview-mir-entgeht-kein-gesichtsausdruck-1.471158"><span style="color: #0000ff;">Link</span> </a>anklicken.  </span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Dr. Ekman betreibt ein Unternehmen namens Paul Ekman Group (PEG). Seine Tools für die Schulung der emotionalen Fähigkeiten wurden von (jedoch nicht diktatorischen) Regierungen, Sicherheitsorganisationen, Lehrern, Therapeuten, Ärzten, Verkäufern, Krankenschwestern, Ärzten und Führungskräften auf der ganzen Welt eingesetzt. Dr. Ekman hat persönlich Workshops für das FBI, die CIA, das US-Verteidigungsministerium, die Counter Intelligence School und die New York Police Department durchgeführt. Er arbeitete ebenso mit Dalai Lama und der Zeichentrick-Abteilung bei Disney.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Siehe: Paul Ekman</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto, verdana, arial, helvetica; font-size: 16px; color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://www.paulekman.com/paul-ekman/">https://www.paulekman.com/paul-ekman</a></span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Siehe: Paul Ekman Group</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto, verdana, arial, helvetica; font-size: 16px; color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://www.paulekman.com">https://www.paulekman.com</a></span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Siehe: Micro Expressions Training Tools</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto, verdana, arial, helvetica; font-size: 16px; color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://www.paulekman.com/micro-expressions-training-tools">https://www.paulekman.com/micro-expressions-training-tools</a></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Nachdem Herr Dr. Ekman über dreißig Jahre als Professor gearbeitet hatte, ging er im Jahr 2004 in den Ruhestand. </span></p>
<p>&nbsp;<br />
&nbsp;</p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Mein deutschsprachiger Beitrag, die unten stehenden englischsprachigen Textauszüge aus der Homepage von Paul Ekman Group, die Fotos und die Links wurden mit ausdrücklicher und freundlicher Genehmigung von Herrn Dr. Ekman und seinem Team Paul Ekman Group, stellvertretend von Frau Stephanie Lefler (Director of Communications), veröffentlicht.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Wuppertal/Deutschland, den 17. Mai 2018</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül</span></strong></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Gründerin &amp; Moderatorin<br />
des Interkulturellen Netzwerkes für Hochbegabte</span></p>
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<a href="http://www.interkulturellhochbegabte.de/wp-content/uploads/2018-05-12-21_00_03-Home-Paul-Ekman-Group.png" class="grouped_elements" rel="tc-fancybox-group11379"><img class="alignnone  wp-image-11183" src="http://www.interkulturellhochbegabte.de/wp-content/uploads/2018-05-12-21_00_03-Home-Paul-Ekman-Group.png" alt="2018-05-12 21_00_03-Home - Paul Ekman Group" width="1201" height="798" /></a><br />
&nbsp;<br />
&nbsp;</p>
<p align="right"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> 17. Mai 2018</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Dear network friends, </span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">dear members,</span></p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">in the highly gifted landscape and in the world of the highly sensitive persons, the topic of &#8222;psychology and (basic) emotions&#8220; is not far away. The research results of Dr. med. Paul Ekman have confirmed that emotions are cross-cultural and their origins are only biological.</span></strong></p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">It is for me, Çiğdem Gül, a great honor and pleasure, in the name of our Intercultural Network for Gifted  to introduce Dr. Paul Ekman.</span></strong></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">&#8222;Dr. Ekman is best known for his work studying facial expressions and emotion. In 2009, Dr. Ekman was named one of the 100 most influential people in the world by Time Magazine. <strong>In 2014, Dr. Ekman ranked fifteenth among the most influential psychologists of the 21st century. Dr. Ekman has written more than 14 books and 170 published articles. He also holds several honorary doctoral degrees.</strong>&#8222;</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Dr. Paul Ekman, born in 1934, was a professor of psychology at the University of California, San Francisco, USA. <strong>He is considered one of the world&#8217;s leading experts in nonverbal communication.</strong> Dr. Ekman is the pioneer of detailed analysis of faces and facial expressions, and a multiple bestselling author.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">For more than 40 years Dr. Ekman researched, how feelings arise, how they express themselves and how they can be read in others. He said in an interview with Michaela Haas in the Süddeutsche Zeitung on May 17, 2010, that there are only 43 muscles we can use to generate more than 10,000 facial expressions, and he has seen them all. &#8222;I have traveled to Papua New Guinea and all continents, and there is no expression that I do not know.&#8220;  To read the full interview, please click on this <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/ein-luegenexperte-im-interview-mir-entgeht-kein-gesichtsausdruck-1.471158">link</a>.</span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: left;" align="right"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Wuppertal / Germany, May 17, 2018</span></p>
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<p style="text-align: left;" align="right"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Çiğdem Gül</span></strong></p>
<p style="text-align: left;" align="right"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;"> Founder &amp; Moderator<br />
of the Intercultural Network For The Highly Gifted</span></p>
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<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">BIOGRAPHY</span></strong></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">&#8222;Dr. Paul Ekman received his Ph.D. in clinical psychology at Adelphi University in 1958. He served two years as First Lieutenant and chief psychologist at Fort Dix, New Jersey. Later, he worked as a professor of psychology at the UCSF medical school, retiring in 2004.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Dr. Ekman’s research started in the late 1950’s, focusing on hand movements and gestures. In 1965, Ekman received a grant to examine cross-cultural studies of nonverbal behavior. This is what led to Ekman’s most famous studies in facial expression and emotion.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">In 1967 and 1968, Dr. Ekman traveled to Papua New Guinea to study the nonverbal behavior of the Fore people. He chose these people as they were an isolated, Stone Age culture located in the South East Highlands. Ekman’s research provided the strongest evidence to date that facial expressions are universal. This supported Darwin’s earlier claims and provided evidence against Margaret Mead’s anthropological argument.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Ekman’s findings inspired the development of the Facial Action Coding System (FACS). FACS was the first and only comprehensive tool for objectively measuring facial movement. Ekman developed this tool along with W. Friesen in 1978 and later revised it in 2003 with J. Hagar as a third author. FACS remains the gold standard for identifying any movement the face can make. Ekman later teamed with Terry Sejnowski to study computer based facial measurements.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">In 1967, Dr. Ekman began to study deception. He worked with clinical cases in which patients lied about their emotional state. He studied patients who falsely claimed they weren’t depressed and later committed suicide. Upon examining films of the patients in slow motion, Ekman and Friesen spotted micro facial expressions which revealed strong negative feelings the patient was trying to hide.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Paul Ekman founded the Paul Ekman Group (PEG) when he retired from UCSF, where he had been a professor for nearly forty years, in order to translate his research findings into practical tools. The goal of these tools is to equip the individual with the ability to lead a more skillful emotional life, and also to enable those in law enforcement to more accurately spot deception and concealed emotions during interrogations. His training tools on emotional skills have been used by teachers, therapists, physicians, salespeople, nurses, corporate executives, and countless other professionals from dozens of countries.&#8220;</span></p>
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<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Paul Ekman</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto, verdana, arial, helvetica; font-size: 16px; color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://www.paulekman.com/paul-ekman/">https://www.paulekman.com/paul-ekman</a></span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Paul Ekman Group</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto, verdana, arial, helvetica; font-size: 16px; color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://www.paulekman.com">https://www.paulekman.com</a></span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Micro Expressions Training Tools</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto, verdana, arial, helvetica; font-size: 16px; color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://www.paulekman.com/micro-expressions-training-tools">https://www.paulekman.com/micro-expressions-training-tools</a></span></p>
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<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">CURRENT WORK</span></strong></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">&#8222;Over the last decade, Ekman has worked to provide practical applications of his research. While earlier tools focused on learning to spot how others feel, Ekman’s recent work focuses on responding to others’ emotions. The Responding Effectively package explores how to respond in real-life scenarios. The package includes tools which focus on the workplace, at home, and with law enforcement here.</span></p>
<p align="left"><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Some of Ekman’s current work emerges from his close relationship with the Dalai Lama. Ekman spent over fifty hours in one-on-one conversation with the Dalai Lama. An ebook reflecting their discussions, a Moving Towards Global Compassion, is now available.<br />
Dr. Ekman, with his daughter Dr. Eve Ekman, has also created the with the support of the Dalai Lama.&#8220; </span></p>
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<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Çiğdem Gül`s german language text is published with the permission from Dr. Ekman (USA), Paul Ekman Group LLC, representative of Mrs. Stephanie Lefler (Director of Communications). All rights reserved.</span></strong></p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">English-language text passages marked as citation thanks to © 2018 Paul Ekman Group LLC, representative of Mrs. Stephanie Lefler (Director of Communications). All rights reserved. </span></strong></p>
<p align="left"><strong><span style="font-family: roboto,verdana,arial,helvetica; font-size: 16px;">Pictures thanks to ©  2018 Dr. Paul Ekman (USA) and Paul Ekman Group LLC. All rights reserved.</span></strong></p>
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